Dossier: Musik für das geschulte Ohr

Unser Dossier Musikwelten eröffnet Einblicke in neue musikalische Genres und Trends unabhängiger Musikschaffender in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, in der Türkei und im Iran.

In der islamischen Welt und Europa hat sich längst eine eigenständige, moderne Musikszene entwickelt, die sich fernab von Bauchtanz- und Folkloreklischees bewegt und mit Konventionen bricht.

In diesem Dossier stellen wir einige ihrer wichtigsten Akteure, Stilrichtungen und Begegnungen vor. 

 

-Nahöstliche Musik: Mit anderen Ohren hören

Die nahöstliche Musik gilt im Westen meist als Folklore aus Tausendundeiner Nacht. Wie falsch das ist, zeigt eine Betrachtung von Tayfun Guttstadt.

-Reem Kelanis "The Singer Said: Bird of Dawn"

Hommage an den Großmeister der persischen Musik  

Die jüngste Veröffentlichung der palästinensisch-britischen Sängerin Reem Kelani ist eine Hommage an Mohammad Reza Shajarian. Das Album bietet Kelanis einzigartige Interpretation eines berühmten Liedes von Shajarian. 

-Kammermusik-Ensemble Musica Sequenza

Brücke über Zeiten und Kulturen

Das internationale Berliner Kammermusik-Ensemble Musica Sequenza ist bekannt für seine moderne Interpretation von Barockmusik. Mit seinem jüngsten Projekt, der Oper Kassia, überwindet Burak Özdemir, Komponist und Leiter des Ensembles, zeitliche, kulturelle und geografische Grenzen. 

 

-Morgenland Festival Osnabrück

Lieder für kommende Tage

Das diesjährige Morgenland Festival eröffnete mit der Premiere von Kinan Azmehs Musiktheater-Werk „Songs vor Days to Come“. Marian Brehmer hat das Festival für Qantara.de besucht.

 

-Emanzipation und Musik in Tunesien

Das bittere Erbe der ehemaligen Sklaven

Im südöstlich gelegenen tunesischen Gouvernement Medenine erschloss die Musik den sozial marginalisierten Schwarzen nach ihrer Freilassung aus der Sklaverei den Weg zu etwas mehr Selbstbestimmung. Doch damit gibt sich die jüngere Generation heute nicht mehr zufrieden. Von Marta Scaglioni

 

-Das West-östliche Diwan Orchester

Tröstende Töne

Im neu aufgeflammten Nahostkonflikt geht Daniel Barenboim mit seinem israelisch-arabischen Orchester, das er auch als "unabhängige Republik" bezeichnet, auf Tournee. Der Dirigent hat eine Botschaft, die in der Region fast untergeht. Von Sonja Zekri

 

-Erster Kongress für arabische Musik 1932

Fusion östlicher und westlicher Klangfarben

Vor 80 Jahren tagte der erste internationale Kongress der arabischen Musik in Kairo. Eigentlich dazu gedacht, das musikalische Erbe vor dem Vergessen zu bewahren, führte er zu einer Erneuerung der klassischen arabischen Musik. 

-Interview mit Mohammad Reza Shajarian

Menschlichkeit ist das Ziel aller Kunst

Für Iraner auf der ganzen Welt ist Mohammad Reza Shajarian die Verkörperung der klassischen persischen Kultur. Der "Ostad", Meister, ist nicht nur seit 50 Jahren Volkssänger des Irans, sondern auch bekannt für Instrumentenbau und Kalligraphie.

 

-Interview mit dem Sufisänger Faiz Ali Faiz

"Diese Musik macht die Menschen mild"

Er gilt als Nachfolger des großen Nusrat Fateh Ali Khan: Faiz Ali Faiz aus dem pakistanischen Sharaqpur stammt aus einer langen Erblinie von Qawwali-Musikern. Bereits in der siebten Generation übt er den Gesang aus, der durch ekstatische Verzückung Kontakt zu Gott herstellen will.

 

-Internationales Festival für geistliche Musik in Fès: 

Vom Geheimnis zur Offenbarung



Seit 1994 findet das Festival Musiques Sacrées du Monde in Fèz statt: seit diesem Jahr erklingen hier nicht mehr nur islamische, jüdische und christliche Lieder, sondern auch buddhistische, hinduistische und animistische. Detlef Langer war vor Ort.

-Das Album "Siwan" von Jon Balke und Amina Alaoui

Der freie Geist von Al-Andalus



Die Künste im muslimischen Spanien zeichneten sich im Vergleich mit dem mittelalterlichen Europa durch ein größeres Maß an Freiheit aus. Das Album "Siwan" feiert die Musik und den Geist von Al-Andalus und belegt, dass die islamische Zivilisation zu den Grundpfeilern der westlichen Kultur gehört. 

-Gnawa-Festival in Essaouira

 Alle guten Geister



Schon in den 1960er Jahren wurden Musiker aus aller Welt zu grenzübergreifenden musikalischen Experimenten nach Marokko gelockt. Das Festival in Essaouira steht ganz in dieser Tradition. Andreas Kirchgäßner hat sich auf dem diesjährigen Festival umgesehen.