Säkularisierung im Iran

Iran: Islamische Republik ohne islamische Mehrheit

Der Iran gilt weltweit als der schiitische Staat schlechthin – aber laut einer neuen Studie versteht sich die Mehrheit der Bevölkerung gar nicht als muslimisch.

Der Iran gilt weltweit als der schiitische Staat schlechthin – weil der schiitische Islam die Staatsreligion ist, weil er Politik, Justiz und Gesellschaft bis in den letzten Winkel prägt und dominiert – vor allem seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979.

Aber: Die Bevölkerung versteht sich gar nicht als mehrheitlich schiitisch – zumindest laut einer neuen Studie. Darin bezeichnet sich nur ein knappes Drittel der Bevölkerung als schiitisch. Dann folgen mit 22 Prozent schon die „Nones“, also diejenigen, die sich keiner Religion oder Weltanschauung zugehörig fühlen.

Weiter geht es mit neun Prozent Atheisten, acht Prozent Zoroastrier, sieben Prozent spirituelle, sechs Prozent Agnostiker. Erst dann kommen die sunnitischen Muslime (fünf Prozent) und die islamischen Mystiker, die Sufis, mit drei Prozent. Die kleinsten Gruppen sind Humanisten, Christen, Bahai, Juden und „Sonstige“ Mehr.......

 

 

 

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Im Iran tobt die Islamische Revolution, in Mekka besetzen Terroristen die Große Moschee, und der sowjetische Einmarsch in Afghanistan mobilisiert tausende „Gotteskrieger“: 1979 hat sich die islamische Welt grundlegend verändert. Die Folgen spürt man bis heute.

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