Kai Wiedenhöfer

Kai Wiedenhöfer: Perfect Peace

Über zehn Jahre lang, von 1990 bis 2001, lebte und fotografierte Kai Wiedenhöfer in den israelisch besetzten Gebieten. Jetzt hat er ein neues Fotobuch im Steidlverlag veröffentlicht: "Perfect Peace - The Palestinians from Intifada to Intifada". Hier berichtet Wiedenhöfer über dessen Entstehungsgeschichte.

September 2001, das zweite Jahr der al-Aqsa Intifada, ein Checkpoint nördlich von Jerusalem. Ofer Marx, ein israelischer Soldat, kontrolliert meinen Pass. Irritiert blickt er auf die Baden-Württembergische Fahne an meinem Motorrad. "Hey, is that a new crusade? Where are you from?" Die Fahne mit den drei Löwen auf schwarz-goldenem Grund des süddeutschen Staates ähnelt der von Richard Löwenherz, die 900 Jahre zuvor über dem Heiligen Land wehte. Heute soll sie helfen, mich von Siedlern und Palästinensern zu unterscheiden. Es wird zuviel geschossen auf den Straßen. Die Fahne verwirrt, niemand kennt sie. Bis die Leute sich einen Reim darauf gemacht haben, ob Freund oder Feind, bin ich nahe genug heran, um mit ihnen zu reden. Ofer Marx lacht. So ein Zufall, gerade letztes Jahr sei er in meiner Heimat gewesen. Wo? Auf der schwäbischen Alb. Genauer! Buttenhausen, einem kleinen Dorf auf der Alb, sein Großvater war dort Viehhändler.

Dreizehn Jahre zuvor hatte ich in Buttenhausen mit meinen ersten fotografischen Gehversuchen begonnen, einer Reportage über den jüdischen Friedhof. Auf meinem Kontaktbogen Nr. 0051 finde ich, sogar ohne Lupe, einen Grabstein von Ofers Familie: Karoline Hirsch Marx, geboren 23. Februar 1839, gestorben 27. September 1923. Fast alle Juden des Dorfes wurde im Holocaust ermordet, nur der Friedhof und eine Gedenktafel am Platz der Synagoge erinnern noch an sie. Hätte es den Massenmord nicht gegeben, würde Ofer vielleicht in diesen Morgenstunden im Hörsaal einer deutschen Universität sitzen, statt palästinensische Ausweise zu kontrollieren.

Domino
Foto: Wiedenhöfer

​​Einen Monat später rollen Sharons Panzer in autonome palästinensische Städte. Die Hügel und Täler um Bethlehem und Beit Jala, wo ich ein halbes Jahr lebte, hallen wider von ihren Maschinengewehren und Kanonen. Vereinzelt erwidern palästinensische Schützen das Feuer. Wenige hundert Meter von mir stirbt eine junge Frau an einer Panzergranate, während sie die Straße überquert. Dieser Krieg kennt keine Fronten. Panzer fahren kreuz und quer, zerquetschen Autos unter ihren Ketten. Als sie in Beit Jala einfahren, feuern palästinensische Polizisten symbolisch einige Kugeln auf sie, Kalaschnikow 7,62 mm gegen 12-Zentimeter-Kanone und faustdicke Mehrschichtpanzerung. Ich renne weg, überwinde meine Angst und laufe wieder zu den vier Panzern zurück. Vor der orthodoxen Kirche haben sie halt gemacht. Soldaten springen heraus und versuchen in Gebäude einzudringen, zerschlagen Fenster, schießen auf Häuser und in die menschenleeren Straßen des mittelalterlichen Ortes. Nach der vierzehnten Stahltür geben sie auf. Die Aktion erscheint mir völlig absurd. Ich muß anfangen zu lachen, während ich die angespannten Gesichter der Soldaten fotografiere. Als sie schon auf dem Rückzug sind, öffnet sich doch noch eine Tür, die mit Stiefeln und Gewehrkolben traktiert wird. Der Zugführer stürmt hinein, fünf Soldaten hinter ihm her. Ich folge ihnen. Fathen Mukarker steht vor mir, die mich mehrmals zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat. Die Soldaten sprechen nicht genug Arabisch, ich übersetze: Wie heißen die Nachbarn? Sie sagt, sie wisse es nicht, da sie meist nicht hier wohne. Unzufrieden ziehen die Soldaten ab, treten im Vorübergehen noch eine Tür ein. Zum Abschied schießen sie vor dem Haus wahllos um sich. Fathen schreit und bricht in Tränen aus. Ich halte sie kurz im Arm und renne dann zum Panzer. Der Turmschütze feuert einen Meter über mich hinweg. Die Kugel durchschlägt einen Wassertank und bleibt im Kinderzimmer von Fathens Tochter Monika stecken. Sollte ich irgendeine Hoffnung gehabt haben, dass sich in naher Zukunft etwas zum Besseren wende, so gebe ich sie nun auf. Tot ist der Friedensprozeß, der nie einer war. Ein paar Verse von Erich Fried, die daheim an meiner Magnetwand hängen, kommen mir in den Sinn:

Eure Sehnsucht war
wie die anderen Völker zu werden
die euch mordeten
Nun seid ihr geworden wie sie

Ihr habt überlebt
die zu euch grausam waren
Lebt ihre Grausamkeit
in euch weiter?Mit vierzehn las ich mein erstes Buch über den Nahostkonflikt. Mich faszinierte das Thema. Ich las mehr, verfolgte 1982 gebannt den israelischen Einmarsch in den Libanon. 1989 reiste ich zum ersten Mal ins Heilige Land. In der Altstadt von Jerusalem diskutierte ich mit einem jüdischen Studenten über den Konflikt. Kurz zuvor hatte ich zum ersten Mal CS-Gas eingeatmet, als israelische Soldaten in ein Flüchtlingslager einfielen und um sich schossen - eine Aktion, die ich nicht verstand, die mich völlig vor den Kopf schlug. "You've just focused in", sagte der Student zu mir und meinte, ich hätte nur einen kleinen Ausschnitt des Konflikts gesehen. Mir gefiel der Doppelsinn: Ich sehe nur einen kleinen Ausschnitt und fokussiere in diesen mit der Kamera hinein. Ich musste mehr versuchen.

Siedler
Foto: Wiedenhöfer

​​Robert Capa riet seinen Kollegen, die Menschen zu mögen und sie dies wissen zu lassen. Während meines ersten Aufenthalts in den besetzten Gebieten erkannte ich, dass dies ohne Kenntnis der Landessprache schwer möglich ist. Ich schrieb in mein Notizbuch: "Ohne Sprache ist keine gute Fotografie möglich." Nachdem ich in Deutschland mehrere Intensivkurse besucht hatte, zog ich 1991 für ein Jahr nach Syrien und studierte Arabisch in Damaskus. Über Nacht verschwand dort mein Freund und Lehrer. Nach Wochen der Ungewissheit erfuhr ich, daß ihn der syrische Geheimdienst verhaftet hatte. Ich hatte Angst um ihn, konnte aber nichts für ihn tun.

Arabisch wird die Grundlage für meine Arbeit über die Palästinenser. Der direkte Kontakt mit Menschen ist durch nichts zu ersetzen, ein Dolmetscher ist nur ein Hilfsmittel. Sprache schafft Vertrauen, und gute Bilder leben von der Nähe zu den Menschen. Stundenlang höre ich den frustrierten Palästinensern zu, verstecke mich nicht hinter meiner Kamera. Die emotionale Distanz, die von meinem Beruf oft verlangt wird - ich habe sie nicht.

Bei einer meiner täglichen Patrouillen durch das Flüchtlingslager Schati treffe ich Yussief, 38, am Strand. Er beklagt die vielen Toten an der Netzarim-Kreuzung in Gaza und trauert um den zwölfjährigen Mohammed al-Dura, der an der Seite seines Vater niedergeschossen wurde. "Efo ha schalom? Efo?", Wo ist der Frieden? Wo? brüllt er mich auf Hebräisch an, als ob ich für den Nahostkonflikt verantwortlich wäre. Er hat in Tel Aviv gearbeitet, die Sprache der Besatzer beherrscht er gut. Ich leider nicht, aber immer hängt über mir der Verdacht, ich könnte ein israelischer Spion sein - eine irritierende Unterstellung, der ich täglich ausgesetzt bin. Yussief ist seit Beginn der al-Aqsa Intifada arbeitslos. Er spricht über seine Orangenhaine in Jaffa, die er nie sah. Zornentbrannt läuft er zu seinem Betonverschlag und kehrt zurück mit einer Metallschatulle, die in dicke Plastikfolie eingehüllt ist. Bedächtig packt er seinen Schatz aus. Einst war sie prächtig. Die Kanten und Füße sind in Messing gefaßt, doch am grünen Metall nagt schon der Rost der salzigen Luft von Schati Camp. Fotografieren darf ich nicht - zu heilig, sagt Yussief. Auf der Flucht hatte sie sein Vater vor 53 Jahren mit ins Lager gebracht. Yussief öffnet sie. Sauber und in Plastik gehüllt liegen darin die Besitzurkunden für 250 Dunum Land bei Jaffa, ausgestellt vom "British Governate of Palestine". Die jüngste von 1942. Er zeigt mir die Dokumente, jedes einzeln. "Dies ist mein Land! Ich will es zurück, ich will nicht länger in dieser Gosse leben. Die Juden sollen dahin zurückgehen, wo sie hergekommen sind, nach Russland, Polen, Äthiopien!"

Im selben Flüchtlingslager esse ich mittags köstlichen Barsch bei Abu Khalid, dem Fischer, mit dem ich seit acht Jahren befreundet bin. Abends gibt es bei Schimon, vier Kilometer weiter nördlich im Kibbuz Yad Mordehai, die wunderbare Schwarzwälder Kirschtorte seiner Frau Miriam, wie immer am Schabbat. Shimons Kibbuz steht zum Teil auf dem Boden von Hirbiya, dem Heimatdorf Abu Khalids, aus dem er 1948 im Alter von sieben Jahren vertrieben wurde. Das Dorf wurde dem Erdboden gleich gemacht und dem Kibbuz einverleibt. Noch immer ist Abu Khalid wütend über das Unrecht, das ihm angetan wurde. Seine Heimat ist so nah und doch unerreichbar. Shimon weiß, daß seine Existenz auf Unrecht gegründet ist, das anderen zugefügt wurde. Solche Einsicht ist selten. 1993/94 lebe ich für zehn Monate in Gaza. Es ist eine schwierige, erlebnisreiche Zeit. Die Umgebung ist trist, ich fühle mich einsam. Die Palästinenser setzen große Hoffnungen auf Frieden, aber ich befürchte, daß sie sich nicht erfüllen werden. Ich berichte über die Umsetzung eines Friedensvertrages, von dessen Scheitern ich überzeugt bin. Er sieht kein Ende der Besatzung vor, versieht sie nur mit einem anderen Etikett : Autonomie. Siedlungsbau, Jerusalemfrage und Flüchtlingsproblem werden nicht einmal im Ansatz gelöst. Die westlichen Medien bejubeln das Abkommen, aber es ist ein "Versailles des Nahen Ostens", es schafft neue Probleme, statt die alten zu lösen. Ich stehe dieser Tatsache machtlos gegenüber, und frage mich ob meine Arbeit als Photograf noch einen Sinn hat. Dieses Buch soll mich von diesem Zweifel befreien.

Die äußeren Umstände sind schwierig. Die Ausgangssperre ab acht Uhr abends lässt keinerlei Vergnügungen zu und sei es auch nur der Besuch einer Pizzeria. So sitze ich in meiner Bleibe, lese, entwickle Filme oder belichte Kontakte an meinem 35 Jahre alten Leicavergrößerer, den ich aus Deutschland mitgeschleppt habe. Allgegenwärtige Gewalt und Unrecht beginnen an mir zu nagen. Alle drei Wochen fahre ich ins christliche Beit Jala, um mich bei Freunden ein paar Tage zu erholen. Intifada ist dort ein Fremdwort. Dass heute Panzer durch den Ort rasseln, an dem ich mich von Gaza erholt habe, ist für mich symptomatisch für das Scheitern des Osloabkommens. Nur: In Beit Jala fahren die Panzer durch die Straßen, in Gaza durch die Häuser.Die Arbeit ist ermüdend. Manchmal stehe ich zweifelnd morgens in meiner Wohnung, vier Stockwerke über der Omar Muchtar, der Hauptstraße im Zentrum Gazas. Mein Blick wandert über das betongraue Häusermeer: Kenne ich das alles nicht in- und auswendig? Muß ich mir jeden Tag den gleichen Unsinn antun? Zum x-tenmal höre ich "Hitler good, killed Jews" , weil die eingepferchten Palästinenser nicht über den Zaun ihres Homelands Gaza schauen können. In der Nachbarschaft schießt ein israelischer Scharfschütze in einer halben Stunde sechzehn Leuten durchs Knie, ohne Anlass, getreu dem Motto "Palestinians are cockroches anyway". Die immer gleichen Straßenschlachten, in denen Verlierer und Gewinner von vorneherein feststehen. Die Kinder, die mich umringen, an mir zerren und "Sauwwrni! Sauwwrni!", Fotografier mich, schreien. Die Teenager im Flüchtlingslager, die wieder "Djasus", Spion, hinter mir her rufen und meinen Pass kontrollieren, obwohl keiner von ihnen einen lateinischen Buchstaben entziffern kann. Ein paar arabische Visastempel lassen mich in ihren Augen vertrauenswürdig erscheinen. Der israelische Major, der mich mit seinem Jeep in den Straßengraben drängt, mir grußlos "I think you are a very dangerous person" ins Gesicht schleudert, auf dem Absatz kehrt macht und entschwindet. Gefährlich - für wen? Für ihn oder die Moral seiner Soldaten? Weil ich mit dem alten BMW-Motorrad meines Onkels 20000 Kilometer durch "Feindesland" fahre, ohne dass mir etwas passiert? Oder will er mir Angst einjagen? Fragen, die ich mir nicht mehr stellen mag, da mein Kopf zu träge geworden ist angesichts des Unsinns um mich herum.

Ich glaube, daß mein beharrliches Arbeiten ein gutes Ergebnis hervorbringt. Schwäbisch-protestantisches Arbeitsethos mischt sich mit einer Art Schützengrabenmentalität, der ich nicht entrinnen kann. Liebe zum Thema und Neugier treiben mich an, sonst würde ich mich dem nicht aussetzen. Ich nehme jeden Morgen die Kamera wieder in die Hand und ziehe los, kenne Gaza inzwischen besser als Essen, die Stadt, in der ich sechs Jahre studierte.

Der oft gehörte Anspruch von Fotografen, Veränderungen zu bewirken, motiviert mich nicht. Eine Diskussion provozieren, für ein wenig Verständnis sorgen - vielleicht. Für mich kommt dem Fotografieren und dem Erleben von Wirklichkeit die gleiche Bedeutung zu wie den Bildern selbst. Die Erfahrungen helfen mir, über mein Leben nachzudenken. Einerseits lösen sie Gefühle der Entfremdung aus, andererseits lassen sie mich Werte bewusster erleben, die mir selbstverständlich geworden sind: Friede, Sicherheit, Wohlstand - vor allem Freiheit.

1993/94 fahre ich Hunderte Male mit dem Motorrad durch den 45 Kilometer langen Küstenstreifen. Viele Journalisten halten mich für verrückt: Spätestens in ein paar Wochen sei ich tot oder verletzt. Doch das einzige Motorrad im Gazastreifen wird zum Sesam-öffne-dich, mit ihm kann ich mich in israelisch wie in palästinensisch kontrolliertem Gebiet bewegen. Habib al-Schaab nennen mich die Palästinenser, "Freund des Volkes". Man kennt mich an Orten, an denen ich nie zuvor gewesen bin. Ein junger Palästinenser meint grinsend zu mir: "You are more famous in Gaza than Michael Jackson." Viel lieber, als Michael Jackson in Gaza zu sein, würde ich in diesem Moment im Stammcafé meiner Heimatstadt sitzen und Schokolade trinken. In all dem Elend und Stumpfsinn bildet das Motorrad eine Insel. Oft vergesse ich den Ärger des Tages wieder, wenn ich ohne Helm an der Küste des Mittelmeeres oder durch Orangenhaine fahre.

Diese Zeiten sind vorbei. Nahe der Siedlung Netzarim bekomme ich im September 2001 einige Warnschüsse vors Rad. Es wundert mich nicht, ich drehe um. Kein Baum, kein Strauch, kein Haus steht mehr um die Siedlung. Israelische Panzer und Bulldozer haben ein Niemandsland geschaffen. Aus den dunklen Augen eines Bunkers starren Maschinengewehre.

Im Dezember 2001 gerate ich in eine Schießerei. Palästinenser feuern bei der Beerdigung eines Mitglieds des Islamischen Djihad aufeinander. Am Tag zuvor hatte ihn die eigene Polizei erschossen, als er versuchte, eine Mörsergranate auf eine israelische Siedlung im besetzten Gazastreifen abzufeuern. Wutentbrannte Demonstranten werfen Steine auf eine palästinensische Polizeistation. Ein Polizist schießt das Magazin seiner Kalaschnikow leer. Drei Meter vor mir bricht neben der Bahre des Toten sein bester Freund mit einem Bauchschuss zusammen. Wir zerren ihn von der Straße in Deckung, in kaum einer Minute ist er verblutet. Sieben Jahre zuvor war ich an der selben Stelle, damals schossen israelische Soldaten.

Kind
Foto: Wiedenhöfer

​​Zwei Tage später treffe ich Yaron in Bethlehem. Er bewacht das Grab von Rahel, der Frau des alttestamentlichen Propheten Abraham, die hier ruhen soll. Yaron sitzt seinen Reservedienst ab, zwischen betenden orthodoxen Juden und palästinensischen Heckenschützen. Er zeigt auf die arabische Inschrift aus dem dreizehnten Jahrhundert, die das Grab verziert; sie ist teils schon von jüdischen Frömmlern zerstört. "Ich bewache ein arabisches Grab vor Arabern für Juden, die an etwas glauben, was einfach nicht stimmt, Rahel liegt hier nicht begraben." Es spiele keine Rolle, meint er, das Grab sei nur ein Alibi für die israelische Armee, um in der palästinensischen Stadt zu bleiben.

In den besetzten Gebieten zu fotografieren, erscheint mir so sinnlos und grotesk wie die Gewalt und die Situationen, die ich dort erlebe. Meine Enttäuschung ist so sehr gewachsen, dass ich nicht mehr zurückkehren möchte. Ein Ende der Gewalt ist nicht abzusehen, am Horizont zeichnen sich neue Schrecken ab, und doch geben Kriegsdienstverweigerer und Friedensdemonstrationen wieder Anlaß zur Hoffnung. "Get out of the Territories", steht auf einem Transparent einer Demonstration in Tel Aviv im Februar 2002. Schon vor über dreißig Jahren meinte der israelische Philosoph Jeshajahu Leibowitz, sein Land habe den Sechstagekrieg am siebten Tag verloren. Sogar der einstige Verteidigungsminister Moshe Dayan erkannte: "Die schlimmsten Kriege sind die, die niemals enden. Sie sind schlimmer als die verlorenen." Das sagte er 1966 - nach einem Besuch in Vietnam. Ein Jahr, bevor er mit seiner Armee in den Sechs-Tage-Krieg zog, mit dem die Besatzung begann.

© 2002 Kai Wiedenhöfer

Kai Wiedenhöfer bei der Agentur lookat

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