Beauftragter: Islam- und Christenfeindlichkeit im Blick haben

01.04.2019

Feindlichkeit gegenüber Religionen muss nach Meinung des Beauftragten der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel, auch in vermeintlich freiheitlichen Ländern thematisiert werden. "Islamfeindlichkeit und Antisemitismus muss man in der westlichen Welt genauso im Blick haben wie Christenfeindlichkeit in arabischen und muslimischen Ländern", sagte der CDU-Politiker.

Die Angriffe eines Rechtsextremen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch mit 50 Toten zeigten, dass Islamfeindlichkeit ein Thema sei, meinte Grübel weiter. "Ich glaube, man hat es in der betroffenen Region unterschätzt." Umgekehrt gebe es auch eine Radikalisierung im Islam, die Handlungsbedarf in arabischen und muslimisch geprägten Ländern erzeuge. "Aus meiner Sicht existiert in diesen Ländern ein ganz besonderer Schutzbedarf für christliche Minderheiten."

Den historischen Besuch von Papst Franziskus auf der arabischen Halbinsel im Frühjahr wertete der Beauftragte dabei als "ganz starkes Zeichen". Die Bilder des Gottesdienstes in den Vereinigten Arabischen Emiraten hätten gezeigt, "dass das Christentum offensichtlich keine feindliche Religion ist, die man bekämpfen muss". Dies müssten die Emirate nun auch rechtlich nachvollziehen und die Strafe auf Konversion streichen, forderte Grübel, der seit einem Jahr (11. April) der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit ist. Das Amt wurde nach der letzten Wahl geschaffen. (KNA)