Debatte über Kölner Silvestermob

Kaschierter antimuslimischer Rassismus

In der Entrüstung über den Sexismus des muslimischen Mannes offenbart sich das Bedürfnis nach Überlegenheit. Sie ist Ausdruck eines Kulturchauvinismus, der den Feminismus vereinnahmt, um von seinem eigenen Sexismus und Rassismus abzulenken. Ein Debattenbeitrag von Khola Maryam Hübsch

Plötzlich leben wir in einem Land, in dem man sich ständig Sorgen um die Sicherheit und Würde von Frauen macht. Aber nicht etwa, weil eine EU-Studie zu dem Ergebnis kommt, dass jede dritte Frau in Deutschland bereits sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt hat. Es geht auch nicht um das häufig sexistische und frauenverachtende Rollenbild, das in der Massen- und Popkultur in Tausenden von Musikvideoclips, auf Werbeplakaten, Zeitschriftencovern und in Hollywoodfilmen verbreitet wird. Daran haben wir uns längst gewöhnt.

Es geht darum, dass die deutsche Frau vom muslimischen Mann bedroht wird. Deswegen diskutieren wir jetzt nicht über sexuelle Gewalt gegen Frauen, was dringend geboten wäre. Wir diskutieren über den muslimischen Mann. Obwohl es bislang keine Belege dafür gibt, dass es zu einer Zunahme sexueller Belästigungen durch Migranten oder Flüchtlinge gekommen ist. So gab das BKA im Oktober 2015 bekannt, dass Flüchtlinge nicht häufiger straffällig werden als der Durchschnittsbürger. Und der Anteil der Sexualdelikte an den von ihnen begangenen Straftaten liege bei "unter einem Prozent".

Diesen nüchternen Zahlen stehen nun die Kölner Ausschreitungen gegenüber – sie passen zu gut in das Klischee des muslimischen Mannes, der seine Triebe nicht beherrschen kann. Natürlich muss man fragen dürfen, ob das Frauenbild in Teilen der sogenannten islamischen Welt ein problematisches Verhalten Frauen gegenüber nicht begünstigt.

Doch rechtspopulistischen Stimmungsmachern, die nun meinen, einen Kulturkampf heraufbeschwören zu müssen, muss entgegnet werden, dass der Islam eher Partner als Problem im Kampf gegen eine frauenverachtende Mentalität sein kann. Um die Gebote des Korans dürften sich die Täter allerdings nicht wirklich scheren, das koranische Alkoholverbot jedenfalls haben sie ignoriert.

Der Islam als unzivilisierte Religion der erotischen Libertinage

Seit jeher gehört es zum antimuslimischen Ressentiment, die muslimische Sexualität als krasses Gegenbild zur westlichen zu konstruieren. Was mehr über den Westen sagt als über den Islam. Solange in Deutschland noch eine prüde, christlich geprägte Sexualmoral herrschte, wurde diese als Garant für Fortschritt und Zivilisation und in Abgrenzung zur "dekadenten" muslimischen Sexualmoral idealisiert. Gleichzeitig war der Orient eine Projektionsfläche für die Fantasien des weißen Mannes: ein Ort ungehemmter Haremserotik. Der Islam eine unzivilisierte Religion der erotischen Libertinage.

Jean-Léon Gérôme;: Harem Pool; Quelle: privat
Islam als unzivilisierte Religion der erotischen Libertinage: Solange in Deutschland noch eine prüde, christlich geprägte Sexualmoral herrschte, wurde diese als Garant für Fortschritt und Zivilisation und in Abgrenzung zur „dekadenten“ muslimischen Sexualmoral idealisiert. Gleichzeitig war der Orient eine Projektionsfläche für die Fantasien des weißen Mannes.

Doch durch die sexuelle Revolution in den 60er-Jahren änderte sich das Bild. Plötzlich wurde in Deutschland eine selbstbestimmte und freie Sexualität propagiert. Und nun galt der Islam als rigide, lust- und körperfeindlich. Das Bild, das damals wie heute vom Islam gezeichnet wird, sagt mehr darüber aus, wie wir uns selbst sehen möchten, als über die vielfältige sogenannte islamische Welt.

"Was ist der Geist von Europa? Auf jeden Fall gehört zu ihm die Hochachtung der Frau – ein großer Unterschied zur arabischen Tradition. Und das müssen die Flüchtlinge akzeptieren", heißt es in der "Welt". Die Überlegenheit der europäischen Kultur gründe auf der Tatsache, dass die "Europäer Maskulinität in Schach zu halten wussten".

Der Europäer als edler Kavalier, der Muslim als unzivilisierter Barbar, der Frauen unterdrückt. Angesichts fanatischer Islamisten mag eine derartige bipolare Sicht nahe liegen, doch gerade die simplifizierende Aufteilung der Welt in Gut und Böse macht ein fundamentalistisches Weltbild aus.

Sexuelle Gewalt weltweit

Sicherlich kann nicht geleugnet werden, dass es autoritäre Staaten in der sogenannten islamischen Welt gibt, in denen Frauen strukturell diskriminiert werden. Körperliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen ist jedoch weltweit derart verbreitet, dass die Weltgesundheitsorganisation von einem "epidemischen Ausmaß" spricht. Sie kommt in allen Ländern und in allen Schichten vor. Ob wir an den Aufruhr nach den Vergewaltigungsskandalen im hinduistischen Indien denken oder eben an häusliche und sexuelle Gewalt in Deutschland: Gewalt gegen Frauen und Sexismus bleiben globale Massenphänomene, die in allen Schichten vorkommen.

Dennoch ist der öffentliche Diskurs davon geprägt, Diskriminierung von Frauen zu einem Spezifikum des Islams zu erklären. Die Religion sei es, die den geistigen Humus für eine patriarchale Mentalität bildet. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen patriarchalen Kulturpraktiken, die gerade in ländlichen Regionen tatsächlich global verbreitet sind und der islamischen Religion, die zwar mitunter als Label benutzt wird, um solche Praktiken zu legitimieren, ursprünglich einmal aber ein anderes Anliegen hatte.

Wenn es nun heißt, muslimische Männer würden dazu erzogen werden, Frauen wie Freiwild zu behandeln, wenn sie sich nicht verschleiern, muss entgegnet werden, dass solche Männer auch nicht davor zurück schrecken, kopftuchtragende Frauen zu belästigen. Muslimische Frauenrechtlerinnen, darunter zwei Friedensnobelpreisträgerinnen, plädieren dafür, die Lehre des Islam als Mittel im Kampf gegen patriarchale Strukturen einzusetzen. Und sie tragen ein Kopftuch. Für Alice Schwarzer, steht dieses Stück Stoff für einen Sexismus, den die Täter der Kölner Silvesterausschreitungen nach Deutschland importieren.

Bundesjustizminister Heiko Maas; Foto: picture-alliance/dpa/P. Zinken
Bundesjustizminister Heiko Maas zu den Ermittlungen nach den Silvester-Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof: "Es kommt im Strafrecht nicht darauf an, wo jemand herkommt, sondern es kommt darauf an, was jemand getan hat." Flüchtlinge gleich welcher Herkunft dürften nicht unter Generalverdacht gestellt werden, so Maas.

Die Überwindung des Egos

Die Vorstellung, Frauen müssten sich verschleiern, weil der muslimische Mann sich nicht kontrollieren könne, verkennt, dass der Koran zuerst Männer in die Pflicht nimmt. Sie sollen ihre "Blicke zu Boden schlagen", Treue als Wert leben und Frauen respektvoll behandeln, heißt es in der Sure 24. Erst danach geht es um die Verschleierung der Frau.

Für beide Geschlechter gilt die Philosophie, die den Islam im Kern ausmacht: Die Überwindung des Egos. Dazu gehört, leidenschaftliche Triebe mit der Vernunft zu steuern, um moralische Eigenschaften zu entwickeln. Der oft missbrauchte Begriff "Dschihad" meint ursprünglich diesen Kampf des Menschen gegen sein eigenes Ego, gegen niedere Leidenschaften. Passt zu diesem islamischen Menschenbild das Narrativ vom triebgesteuerten muslimischen Mann? Nicht wirklich.

Er wird jedoch gebraucht, um den westlichen Mann trotz durchsexualisierter Massenkultur als besonders zivilisiert und aufgeklärt darstellen zu können. Indem dem Fremden Rückständigkeit und Primitivität attestiert wird, gelingt es, sich selbst in Abgrenzung dazu als höherwertig definieren zu können. Patriarchale Gewalt und Sexismus?

Darum brauchen wir uns dann in unseren Reihen nicht mehr zu kümmern, es wird als Problem ausgelagert und auf den muslimischen Mann projiziert. Mit seiner Dämonisierung geht die Idealisierung der deutschen Mehrheitsgesellschaft einher, die das Projekt der Geschlechtergerechtigkeit vermeintlich erfolgreich umgesetzt zu haben scheint.

Hinter der Empörung über den muslimischen Sexismus versteckt sich nicht selten ein antimuslimischer Rassismus, der an emanzipative Diskurse anknüpft, um den dahinterliegenden, plumpen Rechtspopulismus zu verschleiern.

Stutzig machen sollte die Tatsache, dass sich im aktuellen Diskurs um den Kölner Silvestermob nun ausgerechnet solche Stimmen den Kampf gegen das Patriarchat an die Brust geschrieben haben, die bisher eher mit anti-feministischen Positionen aufgefallen sind. Die neuen alten Ressentiments gegen den muslimischen Mann sind nicht viel mehr als Ausdruck eines Kulturchauvinismus, der den Feminismus vereinnahmt, um von seinem eigenen Sexismus und Rassismus abzulenken.

Khola Maryam Hübsch

© Qantara.de 2016

Khola Maryam Hübsch, Jg. 1980, lebt als Journalistin und Autorin in Frankfurt am Main. Zuletzt veröffentlichte sie: "Unter dem Schleier die Freiheit – Was der Islam zu einem wirklich emanzipierten Frauenbild beitragen kann" (Patmos, 2014).

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Leserkommentare zum Artikel: Kaschierter antimuslimischer Rassismus

Brilliante Analyse von Frau Huebsch - dem ist (mal wieder) nichts hinzuzufügen. Chapeau für diesen Scharfsinn!

Carsten Voigt08.01.2016 | 15:04 Uhr

Er wurden hunderte Frauen angegriffen, belästigt, bestohlen und vergewaltigt. In einem Ausmaß wie es bisher nicht vorkam und ohne die große Einwanderungswelle wohl auch nicht vorgekommen wäre.

Wie es aussieht stammt ein Großteil der Täter aus dem arabisch/muslimischen Raum. So zu tun als gäbe es keinen Zusammenhang und als wäre der Sexismus im heutigen Deutschland vergleichbar mit Ägypten(Tahir-Platz), Afghanistan(Steinigungen), Saudi-Arabien, Syrien(Massenvergewaltigungen von Jesiden, Christen, "Ungläubigen im Allgemeinen) ist schlicht und einfach eine Frechheit und eine Lüge.

Natürlich gibt es hier Sexismus, aber weder in dem Ausmaß noch in der Häufigkeit auch nur annähernd so schlimm.
Die Realität ist nicht rassistisch und es wird Zeit das sich Muslime/Araber in Deutschland und der ganzen Welt lernen mit Kritik umzugehen.
Was in irgendeinem Buch steht ist irrelevant; was zählt sind ist das Verhalten von Menschen und es ist eine Tatsache, dass es mit anderen Einwanderungsgruppen diese Probleme nicht oder in viel geringerem Maße gibt.

Solch ein Post verspottet die Opfer von Köln und ganz Deutschland/Europa und zeigt die vollkommene Unfähigkeit zur Selbstkritik. Solange der Zusammenhang von Islam, arabischer Kultur und Frauenunterdrückung nicht offen benannt werden kann wird sich nichts ändern an den Problemen in Deutschland und in der muslimisch/arabischen Welt.

In dieser Kritik die in Deutschland nun aufkommt offenbart sich nicht das Bedürfnis nach Überlegenheit, sondern das Bedürfnis von Frauen/Menschen im Öffentlichen Raum nicht massiv belästigt und vergewaltigt zu werden.

Stefan08.01.2016 | 18:52 Uhr

"Brilliante Analyse von Frau Huebsch "
Brillant - aber was hat sie mit den Übergriffen von der Neujahrsnacht zu tun?
Die Übergriffe gegen Frauen wurden nach übereinstimmenden Zeugenaussagen von Männern mit arabischem Aussehen begangen, die Festnahmen lassen auf Männer mit muslimischem Hintergrund schließen.

Wenn dadurch das Klischee bedient wird, dann sollte es uns aufmerken lassen.

Allerdings nicht so sehr, weil das "Klischee des muslimischen Mannes, der seine Triebe nicht beherrschen kann." bestätigt wird.
Nach meiner Anschauung (und meine Anschauung ist konkret und nicht theoretisch, wie die von Frau Hübsch)
ist es zwar richtig, dass in der islamischen Tradition dem Mann Vorrang geben wird, was männlichen Überlegenheitswahn begünstigt,
und es ist auch richtig, dass vor allem in den neueren Strömungen des Islam der westlichen Lebensart Verachtung entgegen gebracht wird, was sich bei manchen labilen jungen muslimischen Männern verheerend auswirken kann auf ihre Haltung gegenüber westlichen Frauen.
Aber mit solchen Problemen muss eine Gesellschaft umgehen können.
Es ist kein Thema in meinen Augen.

Was mich an den Ereignissen vom Neujahrsabend aufmerken lässt, ist, dass das Klischee so perfekt bedient wird - und das auch noch in mehreren deutschen Städten gleichzeitig.
Das sollen spontane Übergriffe triebhafter Muslime gewesen sein?
Wahrscheinlicher ist, dass Hintermänner deren "schwache Stelle" ausgenutzt haben. Dazu genügen ein paar Agents Provocateurs, die über Social Media zu einem Flashmob-Treffen aufrufen und dabei mit entsprechenden Parolen (etwa unter Ausnutzung des muslimischen Klischees über die westliche Freizügigkeit) zu sexuellen Übergriffen auffordern.
Die ausführenden Täter meinen, sie gehen sich "amüsieren", dabei führen sie -ohne es zu merken- für die Hintermänner einen Terroranschlag (des sozialen Psycho-Terrors) aus, der das Land erschüttert und die Bevölkerungsteile gegeneinander aufwiegelt.
Ich traue islamistischen Strategen, die auf ein islamisches Weltreich hinarbeiten und dazu den Westen destabilisieren wollen, einen solch perfiden Plan zu.
(ich beschäftige mich seit langem mit Islamismus)

Wir Alle sollten Alles dafür tun, damit solche Strategien keinen Erfolg haben.

benita schneider09.01.2016 | 00:32 Uhr

Wo Licht ist (Sure 24) ist auch viel Schatten...

uli09.01.2016 | 08:41 Uhr

Sie relativieren doch nur. Es gibt sexuelle Gewalt überall, das ist richtig. Es geht aber darum, ob es unter arabischen Männern - besonders in Bezug auf europäische Frauen - weiter verbreitet ist und vieles deutet darauf hin.

Schicken Sie mal eine blonde Frau im Minirock durch Cairo und vergleichen Sie das Level der sexuellen Belästigung mit z.B. Berlin.

Wieso wird das gerade jetzt diskutiert? Weil Deutschland gerade hunderttausende arabische Männer aufnimmt. Es wird nachher wie vorher sexuelle Gewalt geben. Der Punkt ist aber, dass es wohl schlimmer werden wird.

Alexander09.01.2016 | 10:12 Uhr

Schade, dass Qantara zu den Vorfällen in Köln nur Beiträge von Personen veröffentlicht, die ganz offensichtlich Scheuklappen tragen. Niemand behauptet, dass Sexismus nicht auch in der "westlichen Kultur" weit verbreitet ist. Doch jeder, der auch nur für kurze Zeit in Nordafrika/Naher Osten gelebt hat, weiß, dass das Problem dort eine völlig andere Dimension hat. Ich habe mehrere Jahre in Ägypten gelebt und wurde beinhahe täglich Zeuge von Übergriffen auf Frauen. Dass junge Männer, die aus dieser Region nach Deutschland emigrieren, ihr Verhalten nicht einfach an der Grenze ablegen, sollte niemand wundern (auch wenn es sich selbstredend nur um eine Minderheit handelt). Dies auszusprechen, in der Hoffnung, Lösungen zu finden, macht niemand zum Rassisten oder Islamgegner, richtig? Nein, falsch! Wie uns die Autorin dieses Textes aufklärt, muss jeder, der die Vorfälle in Köln in Verbindung mit dem Nahen Osten, ja schlimmer noch, mit der dortigen Religion bringt, islamophob sein und ein Ausländerhasser sowieso. Damit nicht genug, will sie in den Vorfällen von Köln überhaupt nichts Außergewöhnliches entdeckt haben (so als sei es in Deutschland Alltag, dass Dutzende Frauen von jungen Männern belästigt und missbraucht würden). Stattdessen stellt sie den Vorfällen häusliche Gewalt in Deutschland gegenüber (so als gäbe es diese im Nahen Osten nicht auch!) Das ist den Opfern von Köln gegenüber despektierlich und einfach nur dumm. Wie sehr die Vorfälle in Köln mit Religion und kulturellen Vorstellungen, wie sehr mit kaputten gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen in den Herkunftsländern der Täter zu tun hat, darüber kann und muss man diskutieren. Wer allerdings leugnet, dass es in dieser Region überhaupt ein spezifisches Problem gibt, der hat meiner Meinung nach kein Recht, mitzudiskutieren.
Den Rest des Beitrags widmet sich Frau Hübsch dann dem Versuch, das Bild eines humanistischen Islam zu zeichnen. Das ist zwar in sich erfreulich, geht aber völlig am Thema vorbei. Sie begeht damit exakt den Fehler, den sie den angeblich islamfeindlichen Deutschen vorwirft: Sie reduziert eine komplexe Thematik auf die Religion. Das gelingt auch nicht jedem. Chapeau!

P.S.: Der Autor dieses Kommentars wählt links. Und ist betrübt über die Tatsache, dass er dies extra erwähnen muss, um nicht als islamophob abgestempelt zu werden.

Thomas Meier09.01.2016 | 13:21 Uhr

Ach wie einfach, gleich mal alle als Rassisten abstempeln die sich über die Geschenisse an Sylvester schockiert zeigen. Bloß keine Schuld den Tätern oder deren kulturellen Hintergund oder religiöser Gesinnung!

Valerie 10.01.2016 | 12:25 Uhr

Im Gegensatz zu Ihnen finde ich eine Diskussion über der Rollde des "muslimischen Mannes" bei den Silvester-Ereignissen in Köln für gerechtfertigt. Inzwischen ist es auch bekannt geworden, dass wohl viele Flüchtlinge und Migranten (ich bin selber Einer) sich unter den Täter befanden. Ich denke, darüber sollte man diskutieren und die Tatsachen nennen dürfen.
Ich denke auch, es macht doch einen Unterscheid, ob sich der Sexismus in der Kultur oder durch die verbale -und direkte Gewalt ausdruckt. Das islamische Gesselschaften damit gerade ein Problem haben, lässt sich beweisen. (Auch hier in Deutschland die breite Problempalette von Schwimmunterricht, Diskobesuchen, Eheschliesung, etc. bis zu "Ehrenmorden" zeigt das deutlich). Ich finde solche, direkte Form der Unterdruckung und Gewalt gefährlicher und wichtiger zu bekampfen. Ich meine hier also ein System- oder Kulturphänomen und nicht die direkte Gewalt als Problem eines Individuums. Das andere Geselschaften ihre eigene Probleme mit der Gewalt gegen Frauen haben stimmt natürlich. Was möchte man aber damit sagen?
Bezuglich des Absatzes "Der Islam als unzivilisierte Religion der erotischen Libertinage" habe ich den Eindruck, dass mann das die Wörte Islam mit Christentum, antimuslimisch mit antiwestlich, etc, etc. ruhig wechseln kann. Es stimmt in beide Richtungen.
Ich kenne Koran schlecht, habe aber wieder den Eindruck, dass man daraus viel lesen kann. "Dchihad" verstehen viele Muslime anders als Sie und das ist auch ein Problem. Vor allem für Islam.
Vielen Dank trotzdem für Ihre Meinung.

Piotr Banczerowski10.01.2016 | 13:50 Uhr

Ein sehr guter Artikel,

Aber: einfach nur die Opfer-Roll in den Vordergrund zu stellen genügt mir nicht !

Ich halte ich es für legitim und richtig, dass dem Verhalten der Täter von Köln eine entschiedene Reaktion folgt. Die Täter sind zu bestrafen ! Mit allen Konsequenzen ! Punkt !

Und ja: dies gilt auch für die Täter von Regensburg !

Was mir an dem Artikel fehlt: er tritt menschenverachtenden Tendenzen und Praktiken in der islamischen Welt nicht entschieden genug entgegen !

Innerhalb der islamischen Welt findet derzeit kaum eine Debatte statt - mit Ausnahme einiger mutiger Journalisten aus den betreffenden Ländern. Wieso steht kaum ein Imam auf und nimmt seine vermeintlichen und abgefallenen Glaubensbrüder ordentlich ins Gebet ?

Ich bin Christ: Christen haben jahrhundertelang im Namen ihrer Religion gemordet, gefoltert, geraubt. In einzelnen Ländern tun sie es immer noch. Das waren und sind Verbrechen für die die Religion Mittel zum Zweck war. Ich verteidige diese Verbrecher nicht ! Sie wussten was sie taten und sie wissen was sie tun - sie waren und sie sind keine Opfer !

Auch Muslime sollten die Verbrechen derer die den Namen ihrer Religion missbrauchen als das bezeichnen was sie sind.

Auch ist der bei einigen wenigen aber umso lauteren Einwanderern bestehende Rassismus gegenüber Deutschen, Engländern, Italienern, Franzosen etc anzusprechen. Es ist ein Unding ! Warum wird dem in Artikeln wie dem obigem nicht entschieden entgegengetreten ?

Es ist auch ein Unding wenn Auswanderer aus Deutschland und der Schweiz die Einheimischen Ihres Gastlandes als Affen bezeichnen. Sie mögen bitteschön die Heimreise nach Deutschland antreten !

In den Flüchtlingsunterkünften müssen Info-Broschüren auf Arabisch etc. verteilt werden, um solche Übergriffe zu vermeiden. Und dies gilt auch für Übergriffe gegenüber den weiblichen Flüchtlingen in den Unterkünften!

Wer sich mit sexuellen Übergriffen und ausufernden Schlägereien selbst verwirklicht, missbraucht seinen Flüchtlingsstatus für sein egoistisches "Wohlbefinden".

Die Abschiebe-Debatte ist teilweise Augenwischerei ! Als ehemaliger Rechtsanwalt sage ich dazu: in ein Kriegsgebiet kann faktisch überhaupt nicht abgeschoben werden. Gleiches gilt wenn Folter oder Todesstrafe etc droht.

Ich selbst lebe auch im Ausland. Und ob es mir passt oder nicht: ich bin dort Gast und akzeptiere, dass ich in einem Land lebe, in dem die Bevölkerung überwiegend gläubig katholisch ist (ich selbst bin evangelisch).
Und dazu gehört auch, dass ich nicht betrunken durch eine Prozession tanze wie es eine hier lebende Deutsche getan hat.

Sich hinzustellen und zu schreiben: bei uns ist alles in Ordnung; der Islam hat überhaupt kein Problem, ist mir angesichts der Zustände in den Herkunftsländern und angesichts der Haltung und Verbrechen einiger sogenannter "Muslime" zu wenig.

Ja, es ist die Minderheit, aber der Schaden den sie für Muslime und Nicht-Muslime, für andere Menschen anrichten ist immens !

Nochmal:
Wo bleibt die große selbstkritische Debatte innerhalb der muslimischen Gemeinschaft ?

! Toleranz ist keine Einbahnstraße !

Sahha u Is-sena t-tajba minn Malta

Heiko Jörges10.01.2016 | 15:43 Uhr

Was soll das?! Eine Frau in Mini-Rock durch Kairo? Entspricht das Ihren Vorstellungen vom Umgang mit anderen Kulturen und vor allem Respekt gegenüber anderen Kulturen. Ich habe mal einen Grufti in voller schwarzer Darkwave-Montur durch Kairo-Zamalek wandern sehen. Sie können sich vorstellen, dass dies einem "Karneval der Kulturen" glich. Der Mann erntete aus den Cafés reihenweise Gelächter, Heerscharen von neugierigen Jugendlichen liefen hinter dem sonderbaren Paradiesvogel hinterher. Und das wie ich finde zurecht! Wenn kein Interesse besteht, sich mit den Kulturen des Gastlandes auseinanderzusetzen, sollte man doch besser gleich zuhause bleiben. Das gilt auch für Minirock-tragende Touristinnen in einem konservativ-religiösen Land wie Ägypten. Auf Mallorca ist's auch schön...

An Alexander11.01.2016 | 09:58 Uhr

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