SPD-Chefin Nahles wirft US-Präsident Trump "Anschlag auf transatlantisches Bündnis" vor

09.05.2018

SPD-Chefin Andrea Nahles hat US-Präsident Donald Trump nach dem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran einen "großen Anschlag auf das transatlantische Bündnis" vorgeworfen. Jetzt komme es darauf an, "dass die Europäer solidarisch zusammenhalten", sagte Nahles am Mittwoch in Berlin. Sie freue sich, dass Deutschland, Großbritannien und Frankreich sich einig darüber seien, das Abkommen mit dem Iran weiter aufrechterhalten zu wollen.

Trump habe die Welt "in drei Minuten und 32 Sekunden" unsicherer gemacht, sagte Nahles bezogen auf die Erklärung des US-Präsidenten am Dienstagabend. Die Aufkündigung des Atomabkommens sei ein "schwerwiegender Fehler", der die "gesamte Welt in große Sorge" versetze.

Auch Außenminister Heiko Maas unterstrich das Bekenntnis Deutschlands zum Atomabkommen. Zuerst müsse nun eine Zuspitzung der Lage im Nahen Osten vermieden werden, sagt er in Berlin. Unklar sei, was nach Auffassung der USA an die Stelle des Abkommens treten solle. Den Iran rief er auf, seine Verpflichtungen weiter zu erfüllen. Mit Blick auf die deutsche und europäische Wirtschaft fügte er hinzu, die Folgen des US-Ausstiegs aus dem Nuklearabkommen für die Unternehmen müssten analysiert und gemeinsame Antworten gefunden werden.

Trump hatte am Dienstag den Austritt seines Landes aus dem Atomabkommen mit dem Iran erklärt. Er begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass Teheran trotz der Vereinbarung von 2015 sein Streben nach Atomwaffen fortgesetzt habe. Zugleich leitete Trump die Wiedereinsetzung von Sanktionen ein.

International stieß seine Entscheidung auf Kritik, nur Irans regionale Rivalen Israel und Saudi-Arabien begrüßten den Schritt. Berlin, London und Paris hatten zuvor bei Trump vergeblich für den Verbleib der USA in dem Vertrag mit dem Iran geworben. Sie kündigten an, sich nach dem Ausstieg der USA weiter für den Erhalt der Vereinbarung einsetzen. (AFP/Reuters)

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