Qatar bittet Vereinte Nationen um Hilfe zur Beilegung der Golfkrise

28.07.2017

Das Golf-Emirat Qatar hat im Streit mit seinen arabischen Nachbarländern die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten. "Qatar wird keine Mühen scheuen, um die Blockaden mit Hilfe der richtigen Partner zu überwinden", schrieb der Außenminister Katars, Mohammed bin Abdulfahman Al Thani, am Donnerstag (Ortszeit) auf Twitter und veröffentlichte ein gemeinsames Foto mit UN-Generalsekretär António Guterres. Das Foto entstand bei einem Treffen Guterres' mit Al Thani in New York.

Medienberichten zufolge soll Al Thani geäußert haben, dass Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate bisher keine Schritte zur Beilegung des Konflikts unternommen hätten.

Das Emirat befindet sich in Isolation, seit die arabischen Nachbarn im Juni die diplomatischen Beziehungen abgebrochen und die Grenzen geschlossen haben. Sie werfen Qatar offiziell die Unterstützung von Terrororganisationen und zu enge Verbindungen zum Iran vor. Sämtliche Vermittlungsbemühungen sind bislang gescheitert, auch wenn der Konflikt zuletzt nicht weiter eskalierte.

Zuletzt hatten Saudi-Arabien und seine Verbündete den Druck auf Qatar erhöht. Die Führung in Riad veröffentlichte eine schwarze Liste mit 18 Organisationen und Einzelpersonen, die sie mutmaßlicher Verbindungen zum islamischen Extremismus und zu den Behörden im Golfemirat Qatar beschuldigen. In einer von der saudischen Nachrichtenagentur SPA verbreiteten Erklärung forderten die vier arabischen Staaten Qatar auf, gegen die "terroristischen" neun Hilfs- und Medienorganisationen und neun Einzelpersonen vorzugehen.

Auf der Liste stehen drei Organisationen mit Sitz im Jemen, sechs weitere sind in Libyen ansässig. Sie werden von den arabischen Staaten beschuldigt, Verbindungen zum Al-Qaida-Netzwerk zu unterhalten. Von drei Qataris, drei Jemeniten, zwei Libyern und einem Kuwaiter heißt es, sie seien an Spendenkampagnen zugunsten der Al-Nusra-Front und anderer "Terrormilizen" in Syrien beteiligt.

Die vier Verfasser der Erklärung - Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate - hatten Anfang Juni die diplomatischen Beziehungen zu Qatar abgebrochen und Strafmaßnahmen gegen das Emirat verhängt. Zur Begründung hieß es, das Emirat unterstütze Gruppierungen wie die ägyptische Muslimbruderschaft, die palästinensische Hamas, die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und Al-Qaida.

Die vier Staaten verlangten von Qatar außerdem, seinen international präsenten Fernsehsender Al-Jazeera und einen türkischen Militärstützpunkt auf seinem Staatsgebiet zu schließen. Qatar lehnt die Forderungen als Verletzung seiner Souveränität ab. Es erhält dabei Unterstützung von der Regierung in Ankara, die aber zugleich ihre Beziehungen zu den Ölscheichs in Saudi-Arabien nicht beschädigen will.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan bemüht sich während seiner derzeitigen Reise nach Riad, Kuwait und Doha um eine Beilegung der Krise. Auch die USA versuchen, den Konflikt am Golf zu entschärfen. Mit Qatar unterzeichneten sie Mitte des Monats ein Abkommen zur Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf. (dpa/AFP)

Mehr zum Qatar-Konflikt finden Sie hier …

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.