Dr. Stephan Kinnemann, 3. Juni 2006

zu: Führungslos ins ökonomische Nichts

Wieder ein Autor mehr, der in das wohlfeile Horn der Kritiker von IWF und Weltbank stößt und zu allem Überfluss auch noch protektionistische Rezepte von gestern feilbietet. Er sollte auf die schwarz-afrikanischen Kritiker hören, die die zentrale Verantwortung zu Recht den afrikanischen Machthabern zuweisen, jenen von westlichen Staaten nach Belieben geförderten "Eliten" (Kleptokratien), deren einziges Ziel Ausbeutung ist.

Die volkswirtschaftlichen Maßnahmen/Auflagen von IWF und Weltbank sind und bleiben (von manchen Details abgesehen) im Grunde absolut richtig, ihr einziges Problem liegt darin, dass die beiden Institutionen in westlichen Industrieländern nicht den gleichen Einfluss haben, nicht ähnliche Auflagenprogramme durchsetzen können, dann wäre nämlich z.B. der Agrarprotektionismus der westlichen Industrieländer (einschließlich Japans)lange unter dem Druck der entsprechenden Auflagen verschwunden. Allerdings hätte das noch immer nichts an den herrschenden "Eliten" geändert. Deren Beseitigung ist eine Aufgabe der dortigen Zivilgesellschaften.

Und ein Letztes: Wer im Glashaus sitzt, sollte tunlichst nicht mit Steinen werfen: die Afrikanische Entwicklungsbank zählt sicherlich zu den unfähigsten Institutionen auf dem Entwicklungsgebiet.

Dr. Stephan Kinnemann

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