Islamische Theologie in Deutschland - eine Zwischenbilanz

24.10.2013 - 17:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Friedrich-Ebert-Stiftung, Forum Berlin
Hiroshimastr. 17
10785 Berlin

Seit dem Wintersemester 2010/2011 nahmen schrittweise die Universitäten in Frankfurt/Gießen, Tübingen, Münster/Osnabrück sowie Nürnberg-Erlangen den Lehrbetrieb für islamische Theologie auf. An diesen vier Zentren für islamische Theologie in Deutschland werden seither Theologen ausgebildet, die als islamische Religionslehrer, perspektivisch auch als Imame tätig sein sollen. Alle Standorte erfreuen sich reger Nachfrage seitens muslimischer Studierender.

Die Gründung der Zentren war Folge eines politischen Prozesses und die mit ihnen verbundenen Erwartungen hoch: einen wichtigen Beitrag zur Integration der in Deutschland lebenden Muslime, die stärkere Abkoppelung von Einflüssen aus den Herkunftsländern, die Eindämmung der Handlungsmöglichkeiten radikaler islamischer Prediger, die Ausweitung des intellektuellen Diskures um hochausgebildete muslimische Stimmen. Angesichts dieser kaum zu erfüllenden Erwartungen an die akademische islamische Theologie ist zu betonen, dass es "die" islamische Theologie ebenso wenig gibt wie "die" christliche oder "die" jüdische Theologie. Vielmehr haben erst Debatten innerhalb der muslimischen Gemeinschaft und auch im Feuilleton der großen Zeitungen wie beispielsweise anhand des Buches "Islam ist Barmherzigkeit" von Mouhanad Khorchide gezeigt, wie kontrovers die Positionen diskutiert werden.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt herzlich ein zu einer ersten Zwischenbilanz. Ausgehend von den Erfahrungen in den vier genannten Zentren steht die Frage nach der gesellschafspoltischen Bedeutung einer in Deutschland basierten islamischen Theologie ebenso zur Diskussion wie die Analsyse des gegenwärtigen Diskurses über islamischen Glauben und muslimisches Leben in Deutschland.

17.30 Uhr Eröffnung und Begrüßung, Dr. Dietmar Molthagen, FES

17.40 Uhr Ein intellektueller Aufbruch, Debatten über islamische Theologie in Deutschland
Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Stellv. Direktor des Centrums für Religiöse Studien und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster

18.00 Uhr Kommentar: Die gesellschaftspolitische Bedeutung einer in Deutschland basierten islamischen Theologie
Sven Schulz, MdB

18.10 Uhr Rückfragen und Diskussion

18.30 World Cafe

Tisch 1: Das Studium der islamischen Theologie aus studentischer Perspektive,
Tim Sievers, Student der islamischen Theologie an der Universität Frankfurt/Main

Tisch 2: Islam ist Barmherzigkeit - für eine neue Koranexegese, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide

Tisch 3: Warum sich Politik für Islamstudien interessiert, Sven Schulz, MdB

Tisch 4: Die Rolle der muslimischen Verbände bei den Zentren für Islamstudien,
Dr. Bekir Alboga, Mitglied des Vorstandes Ditib - Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.

Tisch 5: Was geht mich das an? Ein junger Blick auf due Wissensvermittlung zum Islam,
Marett Klahn und Korinna Schäfer, Mitglieder "Junge Islam Konferenz"

Tisch 6: Die Bedeutung der Zentren für islamische Theologie für den christlich-muslimischen Dialog,
Dr. Friedmann Eißler, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen.

20.00 Uhr Schlusswort

Ansprechpartnerin: Franziska Bongartz, bongartf@fes.de