Weltkonferenz für Dialog

Botschaft der Toleranz und des gegenseitigen Respekts

Mit einer dreitägigen "Weltkonferenz für Dialog" versucht Saudi-Arabien in Madrid seine kürzlich in Mekka eröffnete Initiative zum Dialog der Weltreligionen zu vertiefen. 170 Vertreter der verschiedensten Religionen haben sich angemeldet. Von Peter Philipp

Mit einer dreitägigen "Weltkonferenz für Dialog" versucht Saudi-Arabien in der spanischen Hauptstadt Madrid seine kürzlich in Mekka eröffnete Initiative zum Dialog der Weltreligionen zu vertiefen. 170 Vertreter der verschiedensten Religionen haben sich angemeldet. Von Peter Philipp

Symbolbild Religionen/Fotomontage DW
Die dreitägige Konferenz will den Dialog der Religionen fördern und Frieden und Zusammenarbeit auf internationaler Ebene stärken.

​​Unter den Vertretern der verschiedenen Konfessionen aus dem Nahen Osten, aus Asien, Europa und Amerika sind Muslime, Katholiken und Protestanten und auch Juden. Aus Asien sind auch mehrere Buddhisten angereist.

Die Konferenz wird ausgerichtet von der "World Muslim League" und steht unter der Schirmherrschaft des saudischen Königs Abdullah, der das Treffen gemeinsam mit dem spanischen König Juan Carlos am 16.07eröffnet hatte.

Er bringe aus Saudi-Arabien die Botschaft der Toleranz und der Dialogbereitschaft nach Madrid, meinte Abdullah und erklärte zuversichtlich, er hoffe, dass man nun ein neues Kapitel aufschlagen könne und dass Madrid hiermit zur "Welthauptstadt des Dialoges" werde.

Juan Carlos: "Werte unterstreichen"

Der saudische Monarch distanzierte sich von Terror und Gewalt: Nicht der Unterschied zwischen den Religionen führe zu Konflikten, sondern dies sei das Werk von Radikalen.

Die Teilnehmer an der Konferenz glaubten alle an einen Gott und wenn dieser gewollt hätte, dann gäbe es nur eine Religion. Die Verschiedenheit sei aber gerade der Auftrag, Gemeinsames zu finden und einander besser kennenzulernen.

Der spanische König Juan Carlos pflichtete dem saudischen Monarchen bei: "Der Dialog, aus gegenseitigem Respekt vor unserer jeweiligen Identität und unserem Glauben, muss sich daraufhin ausrichten, ein besseres gegenseitiges Kennenlernen zu erleichtern, die Werte unterstreichen, in denen wir übereinstimmen und die gegenseitige Zusammenarbeit und Verständigung fördern."

Politische Fragen nicht unwichtig

Genau dies soll nun bis Freitag versucht werden. In Arbeitsgruppen werden Dialogbereitschaft und Dialog-Anstrengungen der verschiedenen Religionsgemeinschaften beleuchtet und diskutiert. Wobei die Theologie nicht so sehr im Vordergrund steht wie ethische und gesellschaftspolitische Fragen und wobei im Hintergrund natürlich oft auch politische Fragen stehen.

Etwa, wenn libanesische Vertreter der unterschiedlichen religiösen Gruppierungen dort auftreten. Oder – mehr noch – wenn die jüdischen Teilnehmer zu Wort kommen. Unter ihnen sogar Rabbi David Rosen, ein amerikanisch-israelischer Rabbiner – der einzige Israeli auf der Konferenz. Rosen zeigte sich zufrieden mit der Eröffnungsrede von König Abdullah.

Man könne nur hoffen, dass der hier eingeschlagene Weg fortgesetzt und zum Erfolg geführt werden könne. Dialog sei wichtig, Abgrenzung hingegen fördere nur gegenseitige Radikalisierung.

Peter Philipp

© DEUTSCHE WELLE 2008

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