Vortrag zu Naguib Mahfouz: Romancier der ägyptischen Seele

12.12.2018 - 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Topoi-Château der Freien Universität Berlin
Hittorfstraße 18
14195 Berlin

Der Diplomat Bernd Erbel, sein Leben als Mittler zwischen dem abendländischen Europa und dem morgenländisch geprägten Arabien wirft 30 Jahre nach dem Entscheid des Nobelkomitees 1988 für Naguib Mahfouz als erstem Literaturpreisträgers aus dem arabischen Sprachraum einen Blick auf den für uns auch heute noch nur umrisshaft bekannten Kulturkreis. Der damalige Nobelpreis für Mahfouz, der mit seinen über fünfundzwanzig verschiedenen Romanen und Essays den Vorhang vor dieser Welt aufriss, beschämte damit demonstrativ den Westen wegen seiner offenbaren Ignoranz dieser Welt. Mahfouz‘ Leben zwischen den traditionell geprägten Gesellschaften und modernistischen Lebensformen beweist die kulturelle Spannungsweite innerhalb Ägyptens. Die Retrospektive Erbels auf die Preisverleihung wirft seit Jahrhunderten wieder ein Scheinwerferlicht auf diesen Sprachraum südlich des Mittelmeers, der mit der Eröffnung der größten arabischen Bibliothek in Alexandria, der Heimatstadt Mahfouz‘, zum Magneten für die literarische Welt wurde.

Der DAG-Beiratsvorsitzende Bernd Erbel, Jurist und Orientalist, der sein berufliches Leben als Diplomat in vielen orientalischen Ländern tätig war und als deutscher Botschafter in Bagdad, Irak, in Kairo, Ägypten und schließlich in Teheran, Iran, den internationalen Brennpunkten, die Konfliktlinien des Nahen und Mittleren Ostens  hautnah miterlebte, ist für die Entscheider von Politik, Wirtschaft und Kultur sowie für die Medien ein vielgefragter Wissensträger. Am 12.12.2018 spricht er zum Thema “Naguib Mahfouz: Romancier der ägyptischen Seele“.