US-Sanktionen gegen Iran

Der Irak als letzter Dominostein des Drucks?

Der Irak spielt bei der Rettung der iranischen Wirtschaft momentan eine Schlüsselrolle. Diese Rolle bleibt erhalten, solange die USA den Irak von den Sanktionen gegen den Iran ausnehmen. Informationen von Farzaneh Sabaie

Auffällig ist, dass die USA die ganze Zeit weggeschaut haben, obwohl sie sich von Anfang an gegen jegliche Beziehungen der beiden Nachbarländer hätten stellen und den Irak zur Einschränkung der Beziehungen zum Iran unter Druck setzen können. Dies erkennt natürlich auch der Iran.

Auf der anderen Seite möchte Teheran die Handelsbeziehungen trotz aller Probleme aufrechterhalten, gar ausbauen. Und dies beobachten wiederum die USA. Das lässt vermuten, dass alle Seiten auf unterschiedliche Art und Weise an einer Lösung der Probleme interessiert sind und ihnen die Notwendigkeit der bilateralen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen klar ist.

Die israelischen Angriffe auf Stellungen der vom Iran unterstützten Miliz Al-Haschd al-Schaabi im Irak mit Unterstützung der USA halten an und die Sanktionen gegen den Iran haben nicht nur nicht abgenommen, sondern könnten sogar noch erweitert werden. Trotzdem laufen die Iran-Irak-Geschäfte weiter – ein Indiz dafür, dass sie weiterlaufen sollen.

Ökonomische Abhängigkeiten erzeugen

Dies beweist, dass die Islamische Republik versucht, die irakische Wirtschaft soweit es geht vom Iran abhängig zu machen und zeitgleich die iranische Wirtschaft zu retten. Regelmäßige Konferenzen und Sitzungen sowie die Aktivitäten der iranisch-irakischen Handelskammer zeugen von den langfristigen Plänen des Irans – genau wie Danaiefar erklärt hat: Den Exporten werden umfangreiche Investitionen folgen.

Stromanlage im Iran; Foto: Mehr
Elektrizität als Politikum: Bereits während der Unruhen gegen die mangelhafte Versorgung mit Wasser und Strom im Irak vor einem Jahr hatte die US-Regierung Druck auf den Irak ausübt, damit dieser keinen Strom mehr aus dem Nachbarland Iran bezieht. Doch inzwischen ist sich die US-Regierung bewusst, dass der Irak die Gas- und Stromlieferungen aus dem Iran nicht sofort ersetzen kann. Außerdem würde ein abrupter Abbruch der Treibstoffversorgung aus dem Iran gesellschaftliche Unruhen im Irak auslösen.

Kürzlich wurde eine Konferenz zum Wiederaufbau des Irak in Teheran veranstaltet. In der vom Privatsektor initiierten Konferenz wurde betont, dass für den Wiederaufbau des Irak 88 Milliarden Dollar benötigt würden.

Über Verhandlungen rund um die Konferenz wurden keine Details bekannt. Daher sind eventuelle Pläne beider Seiten zum Bereitstellen der Milliardensumme unklar. Die Konferenz belegt jedoch das iranische Interesse am Erhalt des letzten wirtschaftlichen Auswegs.

Amerikas Vorteile

Nun stellt sich die Frage nach den Vorteilen der dritten Seite. Wieso sind die USA daran interessiert, dass dieser schmale Weg dem Iran offen bleibt?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die politische Lage im Iran und die problematischen Beziehungen des nordirakischen Kurdengebiets zur Zentralregierung in Bagdad vor die Augen führen. Der politische Einfluss des Iran im Irak beschert der Islamischen Republik wirtschaftliche Vorteile – genauso wie die irakische Abhängigkeit vom Iran für Teheran vorteilhaft ist. Aus diesem Grund kann der Irak nicht einfach mit Druck aus Washington zur Distanzierung vom Iran gezwungen werden.

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