Denn schon einmal beschritt die Islamische Republik diesen verhängnisvollen Weg. Das war 2008 und Mahmud Ahmadinedschad damals Irans Präsident. Auch er musste damals den Erdölverkauf dubiosen Zwischenhändlern überlassen, um internationale Embargos zu umgehen. Das lukrative Erdölgeschäft übernahmen seine Vertrauten. Acht Jahre lang blühte der illegale Handel mit dem "schwarzen Gold". Am Ende gab es zahlreiche unglaubliche Korruptionsskandale, die reichlich Stoff für Romane schreiben oder Kino-Thriller bieten. Der Chef der Nationalbank setzte sich etwa mit Milliarden nach Kanada ab, eine andere schillernde Figur, der einstige Chauffeur eines wichtigen Funktionärs, wurde über Nacht Multimillionär und steht heute vor Gericht. Man wirft ihm vor, Milliarden Dollar aus dem Ölverkauf unterschlagen zu haben.

Doch trotz oder gerade wegen des "Schwarzhandels" und der Schiebereien erreichte Ahmadinedschad einen nie dagewesenen Rekord. In den acht Jahren seiner Präsidentschaft verkaufte er Erdöl im Wert von 800 Milliarden Dollar – mehr als alles, was der Iran seit der Entdeckung seiner Erdölquellen jemals erzielt hatte.

Trump hat vorgesorgt

Doch ob die windigen "Schwarzhändler" auch diesmal ähnlich erfolgreich sein werden, ist zweifelhaft. Denn die Trump-Administration hat dieses Mal vorgesorgt. Mitte August ernannte US-Außenminister Mike Pompeo den erfahrenen Politikberater Brian Hook zum Iran-Sonderbeauftragten. Hook war ein enger Berater des früheren Außenministers Rex Tillerson, arbeitete mit dem nationalen Sicherheitsberater John Bolton zusammen, und ist für seine entschiedene Haltung gegen den Iran bekannt.

Brian Hook, der Iran-Sondergesandte des US-Außenministeriums; Foto: Getty Images
Brian Hook - der Totengräber der Islamischen Republik? Der Iran-Sondergesandte des US-Außenministeriums war ein enger Berater des früheren Außenministers Rex Tillerson, arbeitete mit dem nationalen Sicherheitsberater John Bolton zusammen, und ist für seine entschiedene Haltung gegen den Iran bekannt. Nun leitet er eine Aktionsgruppe, um den Verkauf iranischen Erdöls zu unterbinden.

Nun leitet Hook eine Aktionsgruppe, die iranische An- und Verkäufe weltweit strikt überwacht. Vor allem den Verkauf iranischen Erdöls, auf welchem Weg auch immer, soll sie unterbinden. "Hooks Iran-Aktionsgruppe wird den Druck auf den Iran koordinieren, sie wird für die Steuerung, Überprüfung und Koordinierung aller Aspekte der Aktivitäten des Außenministeriums im Iran zuständig sein und direkt an mich berichten", so Pompeo bei der Vorstellung der Aktionsgruppe.

Offenbar erleben wir eine Zeitenwende in der US-amerikanischen Außenpolitik gegenüber dem Iran. Auf der Webseite des amerikanischen Außenministeriums ist seit Anfang Oktober ein langer Text Pompeos zu lesen. Der Titel: "Confronting Iran: The Trump Administration’s Strategy“.

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