Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden die meisten dieser Konflikte im Namen von Konfessionen, bestimmter Ethnien oder Territorien geführt, obwohl ihre Ursachen ökonomischer Natur waren. Die zu dieser Zeit entstehende arabische Literatur ignorierte aber diese Überschneidung zwischen der ökonomischen und der konfessionellen Dimension aus unterschiedlichen Gründen.

Der erste Grund war die sukzessive Machtübernahme sozialistischer Regime durch Militärputsche in Syrien, Ägypten, dem Irak, dem Jemen und dem Sudan. Deren planwirtschaftlicher Ansatz hätte nach Ansicht ihrer Vertreter sowohl die Klassengesellschaft überwinden, als auch das Gefälle zwischen verschiedenen Regionen beseitigen sollen. Der Ansatz scheiterte jedoch, vorwiegend aufgrund struktureller Probleme, an der spröden und wenig nachhaltigen Ideologie, die dem arabischen Sozialismus zugrunde lag. Er scheiterte aber auch an externen Ursachen, allen voran am israelischen Staat, der mitten im Herzen der arabischen Welt nie von seiner Vision eines Großisrael abgelassen hatte, das nach der Prophezeiung der Tora nicht nur Palästina, sondern auch viele weitere arabische Gebiete umfassen sollte.

Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser und Libyens Muammar al-Gaddafi; Foto: dpa/AP
Gescheitertes sozialistisches Experiment: Der planwirtschaftliche Ansatz hätte sowohl die Klassengesellschaft überwinden, als auch das Gefälle zwischen verschiedenen Regionen beseitigen sollen. Der Ansatz scheiterte jedoch, vorwiegend aufgrund struktureller Probleme, an der spröden und wenig nachhaltigen Ideologie, die dem arabischen Sozialismus zugrunde lag.

Der zweite Grund bestand in der Monopolisierung des Handels und der natürlichen Ressourcen des wirtschaftlichen Reichtums dieser Länder, wie Öl und Wasser, durch die herrschenden Schichten - insbesondere im Irak, im Jemen und im Libanon. Diese gehörten allesamt einer bestimmten Konfession oder Ethnie an.

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