Türkische Außenpolitik

Die Türkei in Afrika: Ambitionen einer Regionalmacht

Die Außenpolitik vieler afrikanischer Staaten hat sich geändert. Früher richtete sie sich vor allem auf die ehemaligen europäischen Kolonialmächte aus, doch deren Bedeutung nimmt ab. Schon seit Jahren ist China ein wichtiger „Player“, aber auch die Türkei unter Recep Tayyib Erdogan gewinnt an Gewicht.

Mehrfach wurde die Türkei in den vergangenen Jahren verdächtigt, das für Libyen geltende Waffenembargo zu verletzen. In dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland ist die Türkei einer der wichtigsten politischen und militärischen Akteure. Und nicht nur da strebe Präsident Recep Tayyip Erdoğan nach machtpolitischer Größe, meint Annette Weber. Sie ist die EU-Sonderbeauftragte für das Horn von Afrika.

„Für die Türkei war wichtig, außerhalb ihres Wirkungskreises seit Erdoğan so ein Empire wiederaufzubauen. Also das Wiedererstarken eines osmanischen Empires, das eben weit über die begrenzten Wirkungskreise, die direkt neben der Türkei liegen, hinausreichen.“

Die neuen außenpolitischen Ambitionen lassen sich besonders gut auf dem afrikanischen Kontinent beobachten, und dort nicht nur in Libyen. In Libyen ist die türkische Präsenz aber vielleicht besonders bedeutend, weil sie auch die Interessen vieler anderer Mächte berührt. Nicht zuletzt die Belange Europas, das am Mittelmeer in direkter Nachbarschaft liegt. Europa interessiert sich unter anderem wegen der Migration durch Libyen und der reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen für das ehemalige Reich von Diktator Muammar al-Gaddafi.

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