Die Arbeit bleibt allerdings alles andere als einfach. "Weibliche Weißhelme stehen vor besonderen Herausforderungen, da die Arbeit traditionell eine Domäne der Männer ist. Wegen der hohen Gefahren und Belastungen gilt sie für Frauen als ungeeignet", räumt Muzna ein.

Gleichwohl bleiben die Frauen hartnäckig und erledigen ihre Arbeit. In Notfällen nehmen sie an Such- und Rettungseinsätzen teil, führen aber auch allgemeinere Sensibilisierungsmaßnahmen durch.

Idlib unter Beschuss

Auf Idlib entfällt das Gros der Arbeit. Das letzte nicht vom Assad-Regime kontrollierte Gebiet wird seit Wochen von den syrischen und russischen Streitkräften aus der Luft bombardiert. Offensichtlich ist das Ziel die totale Unterwerfung. Jeder, der das Assad-Regime ablehnt, gilt als Feind und soll zur Kapitulation gezwungen werden.

"Die Krise in Syrien hat sich in den letzten Monaten erheblich verschärft. Nach Angaben der UNO stehen 4,5 Millionen Menschen in Idlib unter Beschuss. Dies ist die größte humanitäre Krise in der neueren Geschichte", erklärt Muzna. Nahezu alle medizinischen Einrichtungen in Idlib sind bereits zerstört; die übrigen sind völlig überfordert. Und ein Ende dieser massiven Angriffe ist nicht in Sicht.

Laut Muzna "sind wir für ganz Syrien da, aber Idlib steht derzeit im Fokus, weil die Region unter intensivem Bombardement steht und vier Millionen Zivilisten dort gefangen sind. Wir arbeiten aber auch in den ländlichen Gebieten von Hama, Latakia, Aleppo, Afrin und Manbidsch. Es geht also nicht nur um Idlib, aber die Bombardierungen verlangen hier verstärkt nach Such- und Rettungseinsätzen."

Kampf um die Wahrheit

Die Kämpfe dauern an, nicht nur vor Ort, sondern auch im Internet. Die starke Medienpräsenz der Weißhelme hat auch ihre Schattenseite: eine anhaltende und massive Verleumdungskampagne.

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