Corona-Gefahr für Menschen in Assads Gefängnissen

Während die Situation für die Binnenflüchtlinge sich also immer weiter zuspitzt, existiert noch eine weitere Gruppe extrem gefährdeter Menschen in Syrien: die Häftlinge in Assads Gefängnissen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnt, dass die unmenschlichen Bedingungen in den Haftanstalten des Regimes die Auswirkungen von Corona noch viel schlimmer machen könnten. Durch die schiere Überfüllung, aber auch wegen der unsäglichen hygienischen und medizinischen Bedingungen, könnte sich das Virus dort extrem schnell ausbreiten.

"Besonders erschreckend ist, dass die [syrischen] Behörden sich dieser Verhältnisse bewusst sind, sie sogar selbst herbeigeführt haben, indem sie den Häftlingen angemessene Ernährung, medizinische Versorgung, sanitäre Einrichtungen, frische Luft und Platz verweigern. Dies passt  ins Bild dessen, was wir über die missbräuchlichen Praktiken der syrischen Regierung gegenüber Inhaftierten wissen, einschließlich weit verbreiteter und systematischer Folter, Misshandlung und sexualisierter Gewalt", so Sarah Kayyali von Human Rights Watch in ihrem Statement.

"Heute ist mein Vater seit 2.446 Tage in Assads Gefängnissen eingesperrt. Während ich versuche, mich gegen COVID-19 zu schützen, sind meine Gedanken bei meinem Vater und den Tausenden Gefangenen, die nicht mal ein Minimum an Gesundheitsversorgung haben. Es ist unerträglich", twittert Wafa Moustafa, die Tochter eines politischen Gefangenen.

Sie selbst hält sich in Berlin auf und hat große Angst vor einen Ausbruch der Pandemie in den syrischen Gefängnissen. Es ist besonders schwierig für die Familien der Gefangenen sich in diesen Tagen versuchen selbst zu schützen, immer mit dem Gedanken an ihre Verwandten und Geliebten, die in unmenschlichen Foltergefängnissen eingesperrt sind.

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