Sylvia Schmidt, 10. Januar 2013

zu Stasi-Aufarbeitung auf Arabisch von Christoph Dreyer

Wenn Sie die Biografie von Angela Merkel (u. a. Polytechnische Oberschule, Erweiterte Oberschule und besonders die Karl-Marx-Universität) lesen, wirft das einige Fragen nach der "Aufarbeitung" auf, denn ohne Linientreue hätte Frau Merkel diesen Weg sicherlich nicht absolvieren können - als Nicht-DDR-Bürgerin lasse ich mich aber gern korrigieren. Dann gibt es Bücher z. B. von Hans-Joachim Maaz (ehemals DDR und D-West aus psychotherapeutischer Sicht, "Der Gefühlsstau - Psychogramm einer Gesellschaft") sowie Dirk Laabs ("Der deutsche Goldrausch - die wahre Geschichte der Treuhand" über die doch recht überfallartige Abwicklung der DDR). Ganz so angemessen ist das Lob der Stasi-Aufarbeitung (und das Selbstlob in Deutschland-West) keineswegs. Nicht zuletzt ist die Aufarbeitung der NS-Diktatur ebenfalls bruchstückhaft, allein schon der unverschämte, juristisch-raffinierte Umgang mit noch ausstehendem Lohn (!) und Entschädigung der Holocaust-Überlebenden ist unglaublich, die alte und neue Geschichte der IG Farben - Nachfolgeunternehmen oder der Deutschen Bahn als Reichsbahn-Erbin zeigt beispielhaft, wie es um "Aufarbeitung" bei uns steht. Außerdem wird weiterhin Rassismus gepflegt und gefördert, sei es durch Racial Profiling, Verschleppung eines NPD-Verbotes, fehlende Konsquenzen gegen Alt- und Neonazis, folgenlose, beleidigende Pauschalurteile durch extrem Privilegierte wie Herrn Sarrazin, Verachtung von armen Menschen als Arbeitsscheue, misstrauisches Beäugen von "ausländisch Aussehenden", um nur ein paar Beispiele unserer rassistisch und elitär geprägten Gesellschaft zu nennen, die Menschen nur nach dem Kontostand, Pass, und Äußerlichkeiten auf- oder eben abwertet.

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