Sudan: Demokratie am Scheideweg

Nach dem Rücktritt von Premier Abdullah Hamdok ist die Lage im Sudan offen. Hat die Demokratiebewegung noch eine Chance? Oder setzt das Militär seine Machtansprüche durch? Ein Kompromiss scheint unmöglich.

Die Protestbewegung im Sudan macht mobil. Am vergangenen Sonntag war Ministerpräsident Abdullah Hamdok zurückgetreten, nun rufen mehrere Bewegungen zu Demonstrationen gegen das Militär auf. An diesem Dienstag gingen erneut Tausende in der Hauptstadt Khartum auf die Straße. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, um die Demonstrierenden auseinanderzutreiben. Augenzeugen zufolge waren zahlreiche Soldaten und Polizisten sowie paramilitärische Einheiten rund um den Präsidentenpalast und das Armeehauptquartier stationiert.

Zwei Jahre lang war Hamdok das zivile Gesicht eines Landes, das seit dem Putsch Ende Oktober 2021 faktisch von den Militärs regiert wurde. Doch nun sah er offenbar keine Möglichkeiten mehr, den Sudan in Richtung eines demokratischen Rechtsstaats zu steuern. Darum hatte er am Sonntag sein Amt niedergelegt. Mehr...

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