Seminar: Religiosität, Rassismus, Resilienz

14.06.2019 - 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr
Schmerlenbach Tagungszentrum
Schmerlenbacher Str. 8
63768 Hösbach

Angesichts rassistischer Diskurse und religiös begründeter Radikalisierungsprozesse steht politische Bildung vor der Herausforderung, zunehmend auch religiöse Fragen und Interessen aufzugreifen. Zudem spielen Erfahrungen mit antimuslimischem Rassismus für viele Jugendliche eine wichtige Rolle in der Bildungsarbeit. Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe politischer Bildung, die Vielfältigkeit muslimischer Denk- und Lebenswelten sichtbar zu machen und Jugendliche im Umgang mit Religion und religiöser Vielfalt zu stärken. Aber es geht auch darum, Erfahrungen mit Diskriminierungen und rassistischen Anfeindungen anzuerkennen und Frustrationen und Ohnmachtsgefühle angesichts gesellschaftlicher und internationaler Konflikte aufzugreifen, um gemeinsam mit Jugendlichen Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

In diesem Workshop werden Götz Nordbruch und Mirjam Gläser auf Basis ihrer Erfahrungen bei ufuq.de pädagogische Umgangsweisen vorstellen, die auch ohne religiöses Fachwissen eine Auseinandersetzung mit Religiosität, antimuslimischem Rassismus und religiös begründetem Extremismus ermöglichen. Im Mittelpunkt steht die Anerkennung von biographischen und lebensweltlichen Erfahrungen und Erwartungen von muslimisch markierten Jugendlichen. Zum anderen geht es darum, demokratie- und freiheitsfeindliche Denk- und Verhaltensweisen zu erkennen und ihnen im Alltag zu begegnen.

Mit inhaltlichen Inputs und Gruppenarbeitsphasen werden wir unter anderem folgende Fragen näher beleuchten:

Wie wirken antimuslimische Diskurse auf das Selbstverständnis von Jugendlichen?

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Diskriminierungserfahrungen und Radikalisierungsprozessen?

Wieviel Religiosität steckt eigentlich in der Radikalisierung?