Sarah Kuhlmann, 01.08.2011

zu Islamhasser und Israelfreunde von Bettina Marx

Massenmord in Norwegen und Islamkritik

„Die europäischen Rechtsparteien haben den Antisemitismus durch die Islamophobie ersetzt“. Treffender kann man diese beunruhigende Entwicklung kaum beschreiben. Neo-Rassisten (also noch Antisemiten) haben ihr Credo "Ausländer raus" durch "Moslems raus" ersetzt und sich rechtsradikalen aus Israel verbündet.

Ich denke aber, die Frage, warum auf die Taten eines fanatischen Islamisten anders reagiert wird (einige Chefredakteure hierzulande wollten ja schnell zur Tagesordnung übergehen) als auf die eines Islamhassers, muss im Mittelpunkt der Debatte um die Verantwortung bürgerlicher und rechtsradikaler „Islamkritik“ für den Massenmord in Norwegen stehen. Ich glaube, diese schreckliche Tat kann unaffektiert als extreme Konsequenz islamkritischer Agitation angesehen werden.

Nun bestreiten so genannte Islamkritiker einen Zusammenhang zwischen ihrer permanenten Hetze gegen Muslime und den Attentaten in Norwegen. Doch ihre Rhetorik ist verräterisch: Denn die Rede vom "linken Gutmenschentum und der Political Correctness" muss schließlich zur Unterstützung von rechtspopulistischen Organisationen und Personen führen. Und deshalb sieht sich der Islamfeind Anders Behring Breivik als Vollstrecker eines vermeintlichen Mehrheitswillen. Wehrt den Anfängen!!

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