R.N. Soetarjono, 30. September 2011

zu Risse in der Front von Alfred Hackensberger

Das Chaos in Libyen war von Anfang an zu erwarten. Anders als in Tunesien und Ägypten, wo die friedliche Revolution vom Volk ohne Waffengewalt initiiert und durchgeführt wurde -so wie jetzt in Syrien und Yemen geschieht- wurde in Libyen ein bewaffneter Aufstand von einer kleinen Gruppe angezettelt, der schnell von rohstoffgeilen westlichen Mächten (Nato) massiv mit Waffenlieferungen und Waffenunterstutzung "geholfen" wurde. Wie immer hilft der Westen in solchen Fällen nur, um den Libyern zur Demokratie zu verhelfen. Nato-Bomber sorgen dafür, dass die Zivilbevölkerung von Gaddafis Truppen "geschützt" werden; mit der Bildung von NTC, deren führenden Köpfe in England und in den USA ausgebildeten Männer sind, und Roadmap zur Demokratie soll freie und demokratische Libyen bewerkstelligt werden. Dass das libysche Volk heterogen strukturiert ist und inzwischen durch die massive Waffenlieferungen des Westens das Volk fast 100-prozentig schwer bewaffnet ist, wurde offenbar
von den ölsüchtigen waffenliefernden der Nato-Länder übersehen. Einen Frieden wird das libysche Volk so schnell nicht finden, egal ob Gaddafi und sein Regime vernichtet werden oder nicht. Eher wird Libyen den Zustand in Irak erreichen: Der Westen hat sich seine Ölquelle gesichert und das libysche Volk bleibt in Armut und ist zerstritten für längere Zeiten!

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