In Wirklichkeit führte die Regierung die Razzia aus, um Mada Masr in Misskredit zu bringen, nachdem das Medium einen wenig schmeichelhaften Artikel über Al-Sisis Sohn Mahmoud veröffentlicht hatte. In diesem Fall wurden die verhafteten Journalisten wieder freigelassen; viele andere jedoch hatten weniger Glück.

Bin Salmans rücksichtslose Kampagne gegen Abweichler

Tatsächlich werden nur in China und in der Türkei mehr Journalisten eingesperrt als in Ägypten und Saudi-Arabien, wo die Zahl der inhaftierten Journalisten und Dissidenten seit 2011 stetig gestiegen ist. Seit er 2017 an die Macht kam, steht Kronprinz Mohammed bin Salman (MBS) einer rücksichtslosen Kampagne gegen Abweichler vor. Beispielhaft hierfür steht der Mord an dem saudischen Dissidenten und Journalisten Jamal Khashoggi, der seinen ständigen Wohnsitz in den USA hatte, im Konsulat des Königreichs in Istanbul.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman (MBS); Foto: Getty Images/AFP
Der Tyrann aus Riad: Seit er 2017 an die Macht kam, steht Kronprinz Mohammed bin Salman (MBS) einer rücksichtslosen Kampagne gegen Abweichler vor. Beispielhaft hierfür steht der Mord an dem saudischen Dissidenten und Journalisten Jamal Khashoggi, der seinen ständigen Wohnsitz in den USA hatte, im Konsulat des Königreichs in Istanbul.

MBS macht dabei nicht bei den Journalisten Halt; wer als politischer Gegner gilt ist Freiwild. Im letzten November verhaftete die Polizei acht Schriftsteller und Unternehmer, von denen die meisten keine aktiven Dissidenten waren. Zwei von ihnen, die Schriftsteller Abdulmajeed al-Buluwi und Badr al-Rashed, hatten MBS' wirtschaftliche Reformagenda in dem Bemühen, ihre frühere Kritik wieder gutzumachen, sogar öffentlich unterstützt.

Wie in Ägypten behaupteten die saudischen Behörden, die Inhaftierten hätten im Auftrag einer ausländischen Macht daran gearbeitet, die Regierung zu destabilisieren. Dies war die Kernaussage von durch MBS' Medienberater Saud al-Qatani betriebenen Kampagnen in den sozialen Medien, um Journalisten und Dissidenten in Misskredit zu bringen.

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