In Südostasien bekannten sich Terrorgruppen schon 2014 zum IS. Seit 2016 erscheint wöchentlich die IS-Zeitung "al-Fatihin" ("Der Eroberer") in Malaiisch und Indonesisch. Seit 2018 gab es in Indonesien elf Selbstmordanschläge und sechs auf den Philippinen. Fast wöchentlich berichten die Zeitungen der Region von der Verhaftung von militanten Islamisten. Allein in Malaysia wurden in den letzten sechs Jahren mehr als 500 Terrorverdächtige inhaftiert. Nun kommen mögliche Rückkehrer aus Syrien und dem Irak hinzu. Malaysia erwartet nach Angaben der malaysischen Zeitung "Benar News" 53 Kämpfer und Indonesien mehr als 100.

Unterschiedliche Vorgehensweisen gegen Islamisten

Der Kampf um die philippinische Stadt Marawi auf der Insel Mindanao von Mai bis Oktober 2017 zeigt, wozu die Islamisten fähig sind. Sie eroberten die 200.000 Einwohner zählende Stadt und lieferten sich über Monate lang Kämpfe mit dem philippinischen Militär, wobei die Stadt weitgehend zerstört wurde. Bis heute leben mehr als 50.000 Einwohner in Notunterkünften.

Zerstörter Stadtteil in Marawi; Foto: Reuters
Gewachsene radikal-islamistische Gefahr: Der Kampf um die philippinische Stadt Marawi auf der Insel Mindanao von Mai bis Oktober 2017 zeigt, wozu die Islamisten fähig sind. Sie eroberten die 200.000 Einwohner zählende Stadt und lieferten sich über Monate lang Kämpfe mit dem philippinischen Militär, wobei die Stadt weitgehend zerstört wurde. Bis heute leben mehr als 50.000 Einwohner in Notunterkünften.

Experten bewerten die Anti-Terror-Maßnahmen der Regierungen in der Region unterschiedlich. Zachary Abuza stellt Indonesien ein gutes Zeugnis aus. Er verweist darauf, dass Hunderte Verdächtige seit Verabschiedung eines neuen Anti-Terror-Gesetzes von 2018 verhaftet wurden. Dass der Wiranto-Attentäter den Sicherheitsbehörden als Radikaler bekannt war, aber nicht verhaftet wurde, habe damit zu tun, dass er bis zum Anschlag kein Gesetz gebrochen hat, sagte der indonesische Sicherheitsexperte Stanislaus Riyanta: "Es ist nicht so, dass die Geheimdienste nicht wüssten, was vor sich geht. Aber sie können nur warnen und erst dann eingreifen, wenn ein terroristischer Angriff unmittelbar bevorsteht."

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