Wilders warf der Partei vor, "Agenten" des türkischen Präsidenten Erdoğan zu sein, da die Partei Gerüchten zufolge von der Diyanet aktiv unterstützt werde, dem mächtigen Amt für Religiöse Angelegenheiten der Türkei. De Telegraaf, die auflagenstärkste niederländische Tageszeitung, bezeichnete "Denk" als "Produkt einer gescheiterten Integration".

Die sogenannte "türkische Partei" wendet sich nicht nur an "Nederturks" (kurdischstämmige Niederländer und Erdoğan-Gegner lehnen sie ab). Sie findet auch Unterstützung bei vielen Niederländern mit marokkanischen Wurzeln und gebürtigen Niederländern, die mit der etablierten Politik unzufrieden sind. Diese Entwicklung unterstreicht aber auch den radikalen Wandel, den ein Land erlebt hat, das einst als Muster für interkulturelle Vielfalt galt.

Vielfalt des migrantischen Parteienspektrums

Im fünften Jahr ihres Bestehens ist "Denk" das wohl erfolgreichste Beispiel für eine "Minderheitenpartei" mit einer stabilen landesweiten Organisation und gewählten Vertretern in mehreren Provinzen sowie in jeder Stadt mit einem nennenswerten Anteil von Minderheiten. Sie ist allerdings nicht die einzige Partei in den Niederlanden, die niederländische Bürger mit Migrationshintergrund umwirbt. In Großstädten wie Amsterdam, Rotterdam und Den Haag gibt es lokale Minderheitenparteien, die meist die fragmentierten und komplexen muslimischen Gemeinschaften vertreten.

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