Bodenqualität und Pflanzenvielfalt spielen eine große Rolle, da Erosion und Versteppung unmittelbare Bedrohungen darstellen, verstärkt durch Ackerbau und Viehzucht. Ein Bauer stellte fest: "Früher haben wir nur Gerste und Mais angebaut, und der Boden wurde schnell schlechter, so dass Erosion uns das Land geraubt hat. Heute verhindern das die Bäume. Außerdem haben wir mehr Bienen, weil sie die Blüten lieben."

Kirschbäume machen den Unterschied

Im Tifnoute-Tal in der Provinz Taroudant verteilte die HAF beispielsweise zehn bis 100 Kirschbäume pro Bauer und bot ihnen eine entsprechende Fortbildung an. Jeder Baum bringt jährlich zwischen 21 und 105 Dollar ein, je nach Wasserverfügbarkeit, der Härte des Winters und anderen Faktoren. Im Durchschnitt ist der Gewinn aus dem Kirschenverkauf zehn Mal höher als der aus Gerste und Mais.

Unterm Strich konnte die HAF das Einkommen von rund 10.000 Haushalten verbessern. Ein Bauer sagte: "Bevor wir Kirschen anbauten, mussten wir hart arbeiten, um Gerste und Mais anzubauen. Wenn ich alles zusammenrechnete und die gesamte Gerste und den gesamten Mais verkaufte, ohne etwas für mich selbst zu behalten, verdiente ich nur 53 Dollar im Jahr. Ein paar Jahre nachdem die Stiftung mir Bäume gegeben hatte, konnte ich die Früchte für 528 bis 1.055 Dollar verkaufen, je nach dem Ertrag meiner Bäume. Mit diesem Einkommen habe ich das Leben meiner Familie verbessert."

Höhere Einkommen versetzten die Gemeinschaften in die Lage, in Infrastruktur wie Schulen oder Gesundheitseinrichtungen zu investieren. Der Schlüssel dazu lag in dem ganzheitlichen Ansatz der HAF, der die lokalen Gemeinschaften sinnvoll beteiligte. Dorfbewohner sind in jeden Schritt mit einbezogen. Sie treffen Entscheidungen und nehmen den Wandel immer mehr selbst in die Hand.

Vielseitige Formen der Armutsbekämpfung

Die Einbeziehung der Menschen stellt eine frühe Beteiligung der Gemeinschaft sicher, verhindert, dass die Programme von externen Interessen geleitet werden und garantiert ein vollständiges Verständnis des lokalen Kontextes. Außerdem betreibt die HAF Armutsbekämpfung aus allen Richtungen, mit Workshops für die Stärkung von Frauen, die Verbesserung von Fähigkeiten, Alphabetisierung und so weiter.

Die HAF erkennt an, dass Armut nicht einfach in einem Mangel an Einkommen oder Nahrungsmitteln besteht, sondern sich auch in fehlendem Zugang zu Bildung und Chancen im Allgemeinen zeigen kann. Befähigung dient dazu, Ungleichheit zu verringern.

Ein Frau sagte: "Diese Gärtnerei hat unser Leben verändert. Vorher wurde von uns erwartet, dass wir zu Hause bleiben. Dank der Hilfe der Stiftung können wir nun in der Gärtnerei arbeiten, neue Fähigkeiten lernen, unser eigenes Geld verdienen und zum Lebensunterhalt unserer Familien beitragen. Das macht unser Leben viel leichter, und die Männer fangen an, uns zu respektieren. Wir sind sehr stolz auf das, was wir tun, selbst wenn es Probleme gibt. Wir haben gelernt, Probleme gemeinsam anzugehen, Lösungen zu suchen und dranzubleiben."

Das HAF-Programm zeigt, dass eine sinnvolle Beteiligung der Gemeinschaften durch partizipative Methoden unabdingbar für nachhaltigen, langfristigen Erfolg ist. Sie sollte niemals nachrangig oder nur rhetorisch sein, sondern grundsätzlicher Teil jedes Umwelt- und Entwicklungsprojektes. Die HAF ist gerne bereit, Informationen und ihre Erfahrungen an Interessenten weiterzugeben.

Ein Bauer resümierte: "Ich habe große Erwartungen an die Zukunft. Die Bäume, die wir gepflanzt haben, werden der Umwelt zugutekommen und Bodenerosion verhindern, und das Projekt wird den Gemeinschaften und Organisationen in dieser Gegend zugutekommen."

Kerstin Opfer

© Zeitschrift Entwicklung und Zusammenarbeit 2019

Kerstin Opfer hat einen Master in Umwelt und ländlicher Entwicklung von der Universität Kent. Sie hat vier Jahre in Marokko verbracht und das Programm der "High Atlas Foundation" von April bis September 2018 evaluiert.

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