Lesung und Gespräch mit Bachtyar Ali: "Perwanas Abend"

17.02.2020 - 19:30 Uhr bis 22:30 Uhr
Literaturhaus Köln e.V.
Großer Griechenmarkt 39
50676 Köln

Am 17. Februar kommt der in Köln lebende irakisch-kurdische Autor Bachtyar Ali zu uns ins Literaturhaus Köln und präsentiert im Gespräch
mit der Moderatorin Larissa Bender seinen Roman "Perwanas Abend" (Unionsverlag).

Mit dem Roman "Perwanas Abend" (Unionsverlag) legt der in Köln lebende Bachtyar Ali ein Buch über das Schicksal von Frauen vor, die in einer patriarchalischen, von Krieg und Fanatismus geprägten Umgebung leben müssen.

Für Perwana und ihre Freundinnen hat das tägliche Leben unüberwindbare Grenzen. Die Väter, die Brüder, aber auch die tyrannischen Hüterinnen von Sitte und Glauben sitzen ihnen im Nacken. Hier ist kein Platz für ihre Talente und schon gar nicht für die Liebe. Eine nach der anderen verschwindet aus der Stadt – zusammen mit ihrem Geliebten. Wo ziehen sie hin? Als auch Perwana verschwindet, sucht ihre Schwester ihre Spuren bei Freunden und Weggefährten. Sie erfährt vom verborgenen "Tal der Liebe" hoch in den Bergen, in dem die Paare ihre Hoffnungen erfüllen wollten. Aber etwas ist geschehen, dass jene, die überlebt haben, keine Worte finden. "Wie ein Kaleidoskop drehen und verschieben sich in Bachtyar Alis Romanen die Traumata und Schrecken, welche die Geschichte der irakischen Kurden prägten", schreibt die Neue Zürcher Zeitung. Moderatorin Larissa Bender spricht mit Bachtyar Ali über die Magie des Erzählens und wie man Krieg und Gewalt das Erzählen entgegensetzen kann. Heidrun Grote liest aus der Übersetzung von Ute Cantera-Lang und Rawezh Salim.

Bachtyar Ali wurde 1966 in Sulaimaniya (Nordirak) geboren. 1983 geriet er durch sein Engagement in den Studentenprotesten in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins. Er brach sein Geologiestudium ab, um sich der Poesie zu widmen. Sein erster Gedichtband Gunah w Karnaval (Sünde und Karneval) erschien 1992. Sein Werk umfasst Romane, Gedichte und Essays. Er lebt seit Mitte der Neunzigerjahre in Deutschland. 2017 wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet.