Jürgen Bosbach, 22. November 2009

zu Tote leben länger von Leyla v. Mende

Der Artikel darf als gelungene Kurzfassung über das türkische Schattenspiel gesehen werden. Vielleicht lohnt noch die Anmerkung, dass Helmut Ritter in drei Bänden Handlung und Text vieler Stücke aufgezeichnet hat. Diese Bände sind in einigen Büchereien noch vorhanden. Wichtig dabei sind auch die persischen Einflüsse wie zum Beispiel die Erzählungen Nizamis. Im kommenden Jahr (etwa Juni 2010) wird die Erzählung "Karagöz" im Santiagoverlag erscheinen. Hier wird dann die Männerfreundschaft zwischen Karagöz und Hadcivat zur Zeit Orhans in Bursa erzählt. Beide lebten in einer sehr bewegten Zeit, in der das ormanische Reich sich gewalttätig ausdehnte. Die Beiden versuchten als Ortonyunun-Darsteller zu überleben. Ich glaube, dass Karagöz und Hadcivat Charaktere sind, die absolut zukunftsfähig sind. Das Braunschweiger Puppentheater "Fadenschein" hat mit diesen Figuren das Stück "Imbisskrieg"im Programm. Dabei verschmilzt das deutsche Kaspertheater mit den türkischen Schattenspielen. Auch der türkische Pantomime Memt Fistik hat"Karagöz" auf die Bühne gebracht. Von Frau Svgi Özdamar würde ich mir wünschen, dass sie ihr Theaterstück jetzt noch einmal neu schreibt und den Karagöz, der ja jetzt drei Jahrzehnte Deutschlanderfahrung hat mit diesem Wissen sprechen lässt. Ich als Deutscher habe jedenfalls Karagöz in mein Herz geschlossen und in ihm einen guten Freund gefunden.

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