Islamische Republik Iran

Iran vor der Wahl – zwischen Frust und Hoffnung

Wahlboykott: Ein Begriff, der seit Wochen durch die iranische Öffentlichkeit schwirrt. Dem System könnte eine historisch niedrige Wahlbeteiligung drohen.

Stell Dir vor, es sind Wahlen und keiner geht hin. So in etwa wird es im Iran erwartet. Nur 31% der Iraner gaben jüngst in einer Umfrage an, ihre Stimme bei der Präsidentschaftswahl am 18.06.2021 abzugeben. Warum ist das so?

Es liegt erst einmal an der Auswahl, die die Menschen bei dieser Wahl haben: in der Islamischen Republik bestimmt ein ultra-konservatives Gremium, wer gewählt werden kann. Kandidaten werden auf ihre Konformität zum System geprüft, Frauen sind nicht zugelassen. Sieben handverlesene Kandidaten stehen zur Wahl, kein Reformer ist dabei. Enttäuschung und Wut über die Politik steigen täglich. Korruption, Misswirtschaft und harte US-Sanktionen haben die Armut im Land vorangetrieben. Corona hat das Ganze weiter verschärft. Viele Menschen glauben, dass es nach der Wahl genauso weitergeht, wie bisher: schlecht!

ARD-Korrespondentin Katharina Willinger macht sich mit ihrem Team auf den Weg raus aus der Hauptstadt Teheran, um den Blick der Iraner auf die aktuelle Situation und die Politik zu verstehen.

 

 

Lesen Sie auch:

Das Bild des Iran in der arabischen Welt: Konservatives Regime und aufgeschlossene Gesellschaft

Amerikanisch-iranisches Verhältnis: Das Ende der Islamischen Revolution

Sunnitisch-schiitische Beziehungen: Ein Schlüssel für die Stabilität 

Sunniten im Iran: Netzwerk Zahedan

Sunniten im Iran: Muslime zweiter Klasse

Saudisch-iranische Rivalität am Golf: Der lange Schatten von 1979

Die Revolution von 1979: „Der Islam ist die Lösung“

Die Redaktion empfiehlt