Holger Ehling, 5. April 2005

zu: "Nach der Frankfurter Buchmesse hat sich nichts geändert", von Nelly Youssef

Sehr geehrte Damen und Herren,

in dem von Ihnen publizierten Interview mit der italienischen Übersetzerin Camera D'Afflito kritisiert diese die Frankfurter Buchmesse und ihre Einladung an die "Arabische Welt" als Ehrengast des Jahres 2004. Sie hätte es lieber gesehen, ein einzelnes der arabischen Länder hätte sich präsentiert.

Sie unterstellt uns, wir hätten wenig Kenntnisse der arabischen Literatur und behauptet, wir sähen die arabischen Länder als einen einheitlichen "Block". Dies ist abwegig. Uns war sehr wohl bewusst, dass wir mit der Einladung an 22 Länder vor allem ein Panorama kultureller Differenz bei der Buchmesse präsentiert bekommen würden - was auch der Fall war.

Die hitzige Debatte um die Präsentation in Frankfurt, die sich in vielen arabischen Ländern entzündete, war ein Beleg dafür, wie ernst dieser Auftritt bei den Intellektuellen und den Vertretern der Zivilgesellschaft genommen wurde.

Da sich kein einzelnes arabisches Land als Ehrengast der Buchmesse beworben hatte, konnte auch keine Einladung an ein solches ausgesprochen werden. Allerdings sind wir zuversichtlich, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre wenigstens ein arabisches Land sich auf der Buchmesse präsentieren wird.

Mit besten Grüßen

Holger Ehling
Vice President (Corporate Communications) Frankfurter Buchmesse

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