Von Islamisten bedroht zu werden kann gefährlich sein. Das weiß die westliche Öffentlichkeit, seit der britische Schriftsteller Salman Rushdie jahrelang untertauchen musste, weil der greise Revolutionsführer Ayatollah Khomeini im Mai 1989 im Iran eine Todes-Fatwa gegen ihn aussprach. Seitdem hat das Wort "Fatwa", eigentlich der islamische Fachbegriff für ein religiöses Rechtsgutachten, einen absolut mörderischen Beiklang.

Doch nicht jede Bedrohung ist gleich. Und manche tragen die Tatsache, schon mal von irgendwelchen Islamisten bedroht worden zu sein, sogar wie ein Gütesiegel vor sich her – vergleichbar mit breitbeinigen Rappern, die auf ihren CDs voller Stolz den Hinweis führen: Achtung, Explicit Lyrics!

Der deutsch-ägyptische Publizist Hamed-Abdel Samad ist, so gesehen, der Bushido unter den Islamkritikern: Vieles an ihm wirkt etwas dick aufgetragen, großspurig und unseriös. Doch viele deutsche Journalisten schauen bei ihm selbst über offensichtliche Widersprüche und Ungereimtheiten gnädig hinweg, lassen sich gerne blenden oder mildernde Umstände walten, nach dem Motto: die Orientalen sind halt so, die neigen eben zu Übertreibungen. Anders ist nicht zu erklären, warum der Publizist in deutschen Medien als Islam-Experte, obwohl ihn dafür wenig mehr als seine ägyptische Herkunft qualifiziert.

Dass es mit seiner "Todes-Fatwa" nicht so weit her sein kann, zeigte sich im November 2013, als der 42-Jährige trotz angeblicher Lebensgefahr nach Ägypten reiste. Als er dort entführt wurde, glaubten viele, es müssten Islamisten dahinter stecken. Am Ende stellte sich heraus, dass es nur um einen banalen Geldstreit ging.

Die Affäre warf viele Fragen auf: Warum reist jemand freiwillig in das Land, aus dem heraus er angeblich mit dem Leben bedroht wird? Und warum lässt er bewusst seine Bodyguards zurück, um sich mitten in der Stadt, in einem belebten Ort mit Unbekannten zu treffen, und lässt sogar engste Angehörige darüber im Unklaren? Sagen wir es mal so: Salman Rushdie hätte das wohl nicht gemacht.

Historischer Rundumschlag

Bis heute hat Hamed Abdel Samad noch keine überzeugende Erklärung für sein Verhalten geliefert. Aber es fragt ja auch keiner so genau nach. Dabei gibt der Autor derzeit ausgiebig Interviews zu seinem neuen Buch. Es trägt den Titel "der islamische Faschismus", und auf dem Umschlag darf die Behauptung nicht fehlen, der brisante Inhalt hätte dem Autor eine "Todes-Fatwa" eingebracht.

Buchcover "Der islamische Faschismus" von Hamed Abdel-Samad im Droemer-Verlag
"'Der islamische Faschismus' ist ein schlampig zusammengeschriebenes Buch, das eine wilde Mischung aus Wikipedia-Wissen, persönlichen Anekdoten und Kommentaren des Autors enthält und großzügig den Stand der Forschung ignoriert, etwa zum Antisemitismus in arabischen Ländern", moniert Daniel Bax.

Tatsächlich hat Abdel Samad seine Kernthese, der Faschismus sei schon in der Frühzeit des Islams selbst angelegt gewesen – die Eroberung von Mekka durch die Anhänger des Propheten Muhammed habe dafür die Saat gelegt –, schon im Juni 2013 bei einem Vortrag im kleinen Kreis in Kairo vertreten.

Nachdem ein Video der Veranstaltung im Netz landete, starteten Islamisten dort eine Hetzkampagne gegen ihn. Das war umso bemerkenswerter, als Abdel-Samad bis zu diesem Zeitpunkt in Ägypten weitgehend unbekannt war. Seit der ägyptische Präsident Mohammed Mursi im Juli 2013 vom Militär gestürzt wurde, hat sich der Wind dort allerdings gedreht. Der Hassprediger Assem Abdel Magad etwa, der auf einem Islamisten-Sender Abdel-Samad und viele andere, darunter prominente Politiker, Schauspieler und Christen, bedroht hatte, flüchtete ins Ausland. Derzeit soll er sich in Qatar aufhalten, die ägyptischen Behörden verlangen seine Auslieferung.

In seinem Buch hat Abdel Samad seine Grundthese nun etwas ausgebaut, um eine Linie von Abraham bis zum modernen Islamismus von heute zu ziehen. Dabei unterscheidet er nicht groß zwischen den ägyptischen Muslimbrüdern, Salafisten, dem Mullah-Regime im Iran und den Wahhabiten Saudi-Arabiens – alles religiöse Faschisten, irgendwie.

Dass sich schiitische und sunnitische Islamisten im Irak und Syrien bis aufs Blut bekämpfen und dass Saudi-Arabien den Putsch des ägyptischen Militärs gegen die Muslimbrüder unterstützt hat, weil es deren demokratische Konkurrenz fürchtet, solche Feinheiten unterschlägt der Autor, weil sie nicht in sein grobes Schwarz-Weiß-Raster passen.

"Der islamische Faschismus" ist ein schlampig zusammengeschriebenes Buch, das eine wilde Mischung aus Wikipedia-Wissen, persönlichen Anekdoten und Kommentaren des Autors enthält und großzügig den Stand der Forschung ignoriert, etwa zum Antisemitismus in arabischen Ländern.

Platte Polemik und alter Hut

Was der Autor eine "Analyse" nennt, ist in Wirklichkeit eine platte Polemik und ein alter Hut. Denn die Gleichsetzung von Islamismus und Faschismus ist nicht neu. Schon US-Präsident George W. Bush behauptete, sein Land bekämpfe den "Islamfaschismus", um seinen Einmarsch im Irak und seine rigorosen Anti-Terror-Gesetze zu rechtfertigen. Und Israel zog den Faschismus-Vorwurf heran, um seine Kriege gegen die Hisbollah im Libanon 2006, die Hamas im Gazastreifen 2009 und seine Angriffsdrohungen gegen den Iran zu begründen. Meist dient der Vergleich also kriegerischen oder zumindest undemokratischen Zwecken.

Abdel-Samad verbindet das Schlagwort vom "islamischen Faschismus" nun mit der These vom Gewaltpotential, die allen monotheistischen Religionen inne sei. Die hat der Kulturwissenschaftler Jan Assmann schon vor zehn Jahren vertreten – er vermochte schon damals aber nicht zu erklären, warum es dann auch unter Hindus in Indien oder in Japan starke faschistische Strömungen gab und gibt.

Und das europäische Beispiel zeigt, dass sich auch monotheistische Religionen befrieden lassen. Warum sollte das im Nahen Osten nicht auch gelingen? Auch dort ging die meiste Gewalt im 20. Jahrhundert übrigens nicht von der Religion, sondern von einem übersteigerten Nationalismus und autoritären Regimes aus. Und so sympathisch sein Plädoyer für den Säkularismus in westlichen Ohren klingen mag: Eine echte Trennung von Staat und Religion hat es weder in Ägypten noch einem anderen Land der Region je gegeben – und wird es auch unter Ägyptens neuem starken Mann, General al-Sisi, nicht geben, der schon heute nicht weniger Koranverse im Mund führt als seine Gegner.

Bild Abdelfattah al-Sisis in der Innenstadt von Kairo; Foto: DW
Ikonografie der autoritären Macht: Eine ausgeprägte Freund-Feind-Rhetorik, die Entmenschlichung des Gegners, der Rückgriff auf Verschwörungstheorien und ein bizarrer Führerkult – all das kennzeichnet das aktuelle Ägypten unter dessen neuen starken Mann, General Abdel Fattah al-Sisi.

Wenn dort derzeit jemand um sein Leben fürchten muss, dann sind es vor allem die Anhänger der Muslimbrüder, die in Ägypten derzeit zu Hunderten im Gefängnis schmachten. Mitleid mit ihnen kennt Abdel-Samad aber nicht, ganz im Gegenteil. Den Putsch gegen Mursi – immerhin des ersten Zivilisten, der in der Geschichte Ägyptens an die Spitze des Staates gewählt wurde – begrüßte er im Juli 2013 in der Bild-Zeitung sogar als "Sieg der Hoffnung", und auf seiner Facebook-Seite betätigt er sich seither ausgiebig als inoffizieller Sprecher der ägyptischen Armee. Zynisch schrieb er nach dem Massaker der Armee an Hunderten von Muslimbrüdern, die für die Wiedereinsetzung ihres Präsidenten demonstriert hatten: "Der Faschismus wurde auch nicht durch die Politik besiegt".

Entmenschlichung des politischen Gegners

Auch die Verhaftung der Führungsriege der Muslimbrüder sei "kein Verstoß gegen die Menschenrechte", sondern bloße Terror-Prävention, meinte er kurz darauf. Und selbst angesichts des Skandal-Schnellverfahrens gegen 500 Muslimbrüder Ende März 2014 konnte er sich zu keiner klaren moralischen Verurteilung der Todesurteile durchringen – er kritisierte sie lediglich als ungeeignetes Mittel: "So schreckt man Terroristen nicht ab", befand er in einem Interview knapp. Denn was immer passiert, Abdel-Samad bleibt dabei: Die Muslimbrüder seien "keine Opfer", sondern würden selbst "am meisten" von den Todesurteilen profitieren, weil sie dadurch zu Märytrern kämen. So macht man Opfer zu Täter.

Dabei entgeht Abdel-Samad die Ironie, dass seine eigene Faschismus-Definition viel eher auf das aktuelle Militärregime in Ägypten als auf die Muslimbrüder zutrifft. Eine ausgeprägte Freund-Feind-Rhetorik, die Entmenschlichung des Gegners, der Rückgriff auf Verschwörungstheorien und ein bizarrer Führerkult – all das kennzeichnet das aktuelle Ägypten unter dessen neuen starken Mann, General Abdel Fattah al-Sisi. Doch bis heute hat man von Abdel-Samad noch kein echtes Wort der Kritik an Ägyptens neuen Machthabern geäußert.

Das ist kein Wunder. Denn wie sie ist Hamed Abdel-Samad davon überzeugt, der politische Islam müsse militärisch besiegt werden – so, wie der europäische Faschismus im 20. Jahrhundert. Das allerdings ist ein Rezept für ein Desaster.

Fast alle autoritären Herrscher der Region haben darauf gesetzt, und sind damit gescheitert. Doch das ficht Abdel-Samad nicht an. Man stehe "vor einer Schlacht mit apokalyptischer Dimension", schwadronierte er kürzlich in einem Interview mit der eisigen Schärfe eines Extremisten. Denn seine Stimme mag sanft sein, seine Sprache und seine Botschaft sind hart und militärisch. Sein Beispiel zeigt, dass manche Kritiker des politischen Islam mit den Fundamentalisten, die sie kritisieren, viel mehr gemein haben, als ihnen bewusst ist.

Daniel Bax

© Qantara.de 2014

Redaktion: Arian Fariborz/Qantara.de

Daniel Bax ist Inlandsredakteur der taz. Zu seinen Schwerpunkten zählen u.a. Integration und Migration, Staat und Religion, Minderheiten und Rassismus, Türkei und Naher Osten sowie Musik und Popkultur.

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Leserkommentare zum Artikel: Der Bushido unter den Islamkritikern

Liebe gute Frau Magdalene K.! Ich fasse es langsam nicht mehr... NATÜRLICH traue ich einem Mann, der 21 Jahre in einem islamischen Land gelebt hat, dort geboren und aufgewachsen ist, zudem Sohn eines in ganz Ägypten bekannten Imams, mehr Kenntnis über eben jenes Land und dessen Staatsreligion, den Islam, zu als einem deutschen Journalisten, der mal ab und zu dieses Land besucht hat. Was würden Sie denn sagen, wenn Ihnen ein sporadischer Deutschland-Tourist etwas über Ihr Heimatland und dessen religiöse Befindlichkeiten besserwissern würde???

Ingrid Wecker31.10.2014 | 22:31 Uhr

Ich schließe mich im Wesentlichen der Meinung von Ingrid Wecker an. Bax hat entweder das Buch nur mal schnell überflogen, oder er gehört zu den 25% der Bevölkerung, die nicht sinnerfassend lesen können.
Und wenn jemand, dessen Familie noch in Ägypten lebt, eher zurückhaltend ist, mit seiner Meinung über das Militärregime, dann ist das ja wohl mehr als verständlich. Ich habe übrigens Abdel Samad, anläßlich einer seiner Buchvorstellungen, persönlich kennengelernt und mich ausführlich mit ihm über diese Problematik unterhalten.
Im übrigen hat ja wohl keine der europäischen Regierungen auf die Tötung von nahezu 1.000 Menschen, anläßlich der brutalen Räumung der beiden Plätze, reagiert, genauso wenig auf die Festnahme von rund 42.000 Moslembrüdern, die ganz gewiß nicht alles Verbrecher waren. Auch die Todesurteile in Oberägypten lösten keinerlei Aktivitäten bei uns in Europa aus, noch weniger die Tatsache, daß erst kürzlich einer der Anführer der Moslembrüder, Badi, zum Tode verurteilt wurde und Mursi erst einmal zu 20 Jahren Kerker - für was eigentlich - während Mubarak, der eigentliche Verbrecher, frei ging und sich in Zukunft höchstens für ein wenig Korruption verantworten muß. Es ging nicht nur um ein paar hundert Moslembrüder wie Bax schreibt, sondern in einer ersten Verhaftungswelle um dreihundert Führungskräfte, danach nochmals um 600 und in der Folge um weitere, mehr als 40.000 Menschen, die seither ohne Rechtsbeistand im Kerker schmorren. Soviel zur genauen Berichterstattung.
Um das Buch zu verstehen, muß man sich schon etwas ausführlicher mit dem Thema beschäftigt haben, was man Journalisten in der Regel eher nicht nachsagen kann - naja, von ein paar Ausnahmen mal abgesehen.
Auch vielen der Kommentatoren fehlt es am nötigen Hintergrundwissen.

Arnulf. J.15.05.2015 | 10:21 Uhr

Der Autor sollte sich lieber mal mit Abdel-Samad in eine Talkrunde setzen und schonmal Beweise sammeln aus Quran und Sunnah gegen die thesen die Abdel-Samad vertritt.

Es ist möglich,dass Abdel-Samad in manchen historischen Sachen übertreibt,aber hey,wer macht das nicht?Im Endeffekt hat er doch recht,das wird jeder halbwegs normaler Mensch erkennen.

Er hatte doch 1000 mal gesagt,dass er nicht gegen die spirituellen Seite der Religion ist,sondern gegen die politisch-juristische,also was haben manche für Probleme damit?Solange diese nicht gelöscht ist,werden wir Isis 12.0 erleben und noch viele andere Sachen.Deswegen ist ja sein Vorschlag die Texte zu relativieren.Sein Appell geht ja vor allem an die Muslime,dass sie nachdenken sollen um Probleme zu erkennen.Wenn sie davon ausgehen,dass das Buch das unverfälschte Wort Gottes ist,wird es nie eine Lösung geben,denn dann nimmt man sowohl die friedlichen,als auch die extrem brutalen Verse in Kauf.Das ist so als wenn man sich leckeres Essen kauft,was aber vergiftet und verschimmelt ist.
Wenn jedoch eine Religion,wie das Christentum schon vor vielen vielen Jahrzehnten eine neue Rolle in der Gesellschaft einnimmt,werden sich die Probleme sofort lösen und es bringt für die Gläubigen nur vorteile,wenn man seine Spritualität behält,allerdings sich von den ganzen Lasten befreit.Die Christen glauben heutzutage auch nicht,dass die Bibel das unverfälschte Wort Gottes ist,sondern die Geschichte von Prophet,von heiligen Städten,die von Menschen dokumentiert wurden sind.Wenn ein Mensch zb.eine Geschichte von Mohamed hören würde,dass er gut zu den Tieren war und gesund gelebt hat jetzt nur als Beispiel,können das die Gläubigen für Ihr Leben nutzen,und das ist auch gut so.Man muss das positive für sich rausholen,aber als menschlisches Produkt betrachten,die Geschichten beschreibt,was man ja auch erkennt,es ist eine Geschichte einer Gemeinde über 23 Jahre.Sie hatten verboten,was ihnen selber nicht gefallen hat oder woraus sie einen Nachteil gesehen haben und geboten,was sie für gut empfunden haben und dies als Gottes Befehle ausgelegt,aber das ist normal,so waren die Menschen vor über 1000 Jahren.

jjjj15.06.2015 | 02:14 Uhr

Herr Bax,
sind Sie wirklich sicher mit Ihrer Polemik eine Buchkritik abgeliefert zu haben? Ich kann hier nur einen Wutausbruch gegen eine Ihnen unliebsame Person erkennen. Eine inhaltliche Widerlegung ist nicht festzustellen. Es kann ja sein, dass Sie sich Hamed Abdel-Samad intellektuell haushoch überlegen fühlen. Dann möchte ich Ihre Interesse auf den tschechisch-britischen Philosophen Ernest Gellner lenken. Dieser in der Tradition von Max Weber und Karl Popper stehende Philosoph hat den Islam einer eingehenden Kritik unterzogen und als neuen Feind der offenenen Gesellschaft beschrieben. Eine Gesellschaftsordnung, die nicht zwischen Religion und Recht unterscheidet, wird man wohl nicht als vereinbar mit einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft bezeichnen können. Und Sie sollten wissen, wie unerträglich lang der Zähmungsprozess des Christentums in Europa verlaufen ist.

Bernd Scherf29.09.2015 | 11:20 Uhr

Im Jahr 2010, noch vor der Arabellion im Jahr 2011, erschien Abdel Samads Buch "Der Untergang der islamischen Welt". Nun, Abdel Samad scheint die Zukunft vorweg genommen zu haben, denn ganz genau das passiert im Moment, der Untergang der islamischen Welt. Libyen, Syrien, der Irak sind schon mehr oder weniger geschrottet, Ägypten und Tunesien sind gerade noch so davongekommen, Ausgang allerdings immer noch ungewiss, Algerien und Marocco werden nur noch durch eine sehr restriktive Politik von oben "ruhig gehalten". Nun wird gerade der Jemen zerlegt, Afghanistan ist schon kaputt, Pakistan wird folgen, die Golfstaaten sind nur noch durch Ölgeld haltbar, der Iran gärt vor sich hin, aber wie lange noch kann man dort und am Golf den Deckel auf dem schon kochenden Topf halten? Wann schwappt der Krieg im Jemen in den Oman über und reißt ein weiteres islamisches Land in den Strudel. Somalia ein Alptraum, Nigeria, Mali, der Sudan, die nächsten Kandidaten in Sachen Chaos und Untergang. Usw. Alles Zufall oder was? Alles der Westen Schuld oder was? Abdel Samad ein islamophober Spinner und Polemiker? Nein, genau das Gegenteil ist der Fall, er hat - leider - Recht! Die Gegenwart zeigt, dass der Islam in seiner bisherigen Form ein Auslaufmodell ist, das leider vor dem totalen Kollaps Millionen von Menschen ins Verderben reißt... Und Abdel Samad zeigt die Gründe auf, ob das all den blauäugigen Kommentatoren hier passt oder nicht.

Ingrid Wecker07.11.2015 | 19:27 Uhr

Liebe Frau Wecker oder soll ich lieber sagen lieber Herr Abdel-Samad! Wie komme ich zu dieser Schlussfolgerung, fragen Sie sich bestimmt! Ganz einfach: Sie sind die einzige hier, die die meisten Kommentare geschrieben hat, sogar im Jahr 2014 und 2015. In meinem Leben habe ich noch nicht gesehen, dass jemand so scharf auf das "Kommentieren" ist wie Sie. Auch jede andere Meinung, die gegen "Ihren" Herr Abdel-Samad ist wird von Ihnen sofort kommentiert und widerlegt! Ist das alles reiner Zufall? Haben Sie nichts Besseres zu tun? Liebe Frau Wecker, machen Sie sich gar keine Sorgen, der Islam in seiner bisherigen Form, wie Sie behaupten, ist KEIN Auslaufmodell, falls Sie das beruhigt! Und NEIN, es wird nicht Millionen von Menschen ins Verderben reißen!!

UNO-Beobachter11.01.2016 | 14:16 Uhr

na, da lese ich doch gleich die taz ...

Bernhard Baum28.05.2016 | 15:02 Uhr

Eingedenk seiner politischen Sozialisation und der sich daraus ergebenden roten Gehirnwindungen mit komplemtärfarbenen Chartermaske, ist kein anderer Kommentar zu A. Samts erhellender Monographie zu erwarten. Schrecklich, aber nicht anders zu erwarten, das derartige Halbbildung und ideologische Verblendung, politische Meinungsbildung übertragen wird. Aber die Menschen hierzulande und Europa sehen mit klareren Augen als Herr Bax , daß der Islam weder zu Deutschland noch zu Europa gehört und einen anderen Islam, als der, den H.A. S. beschreibt, gibt es nicht! Und die Menschen Europas wissen , wie sie sich dem erwehren können.

Dr. Reinhard Baden20.07.2016 | 13:56 Uhr

Es gibt den Koran, den Propheten Mohammed, die Muslime, die laut dem Koran von Gott an den Menschen gegebenen Verstand, um den Koran und andere Dinge des Lebens analysieren und interpretieren zu können und es gibt im Gegensatz dazu islamistische Sekten (Wahabiten, Salafisten u.ä.), ungebildete Individuen, krankhafte Indoktrinationen und kriminelle Individuen wie bei uns in Europa auch.
Herr Abdel-Samad ist weder in der Lage historische und gesellschaftspolitische Tatsachen und Phänomene dieses Kulturraums und seiner Religionen zu analysieren noch zu differenzieren. Er schmeißt völlig unprofessionell Alles in einen Topf, erklärt Miderheiten zu Mehrheitsgesellschaften und umgekehrt - je nach Diskussionsverlauf - und macht mit einem geradezu plumpen Islam-Bashing derzeit Karriere in den meisten Maistream-Medien, weil er die von diesen Institutionen zwecks Quote und Mindcontrol geschürten Ängste und Vorurteile bestätigen hilft.
Dabei geht er in keinster Weise auf den von Saudi-Arabien gesteuerten und finanzierten wahabitischen Fundamentalismus ein noch auf die perfide Rolle westlicher Eliten,die diesen Fundamentalismus und dessen Finanzier auch noch unterstützen, um den Islam als sozialkritisches Element leichter dikreditieren zu können, um dann anschließend auch dort dem Hardcore-Neoliberalismus Platz machen zu können. Da liegt der eigentliche Hund begraben.
Eigentlich ein Armutszeugnis, dies nicht zu erkennen, wenn man aus diesem Kulturraum stammt. Da gibt es wesentlich bessere und seriösere Islamkritiker. Man kann Jesus und das Christentum doch auch nicht verurteilen, nur weil es die Kreuzzüge, die heilige Inquisition und den Mord an den Inkas gab und dann Alles in eine Schublade werfen und Jesus als Indianermörder hinstellen. Genauso wenig kann man Mohammed oder dem Islam Faschismus vorwerfen, nur weil es dort ähnliche Verfehlungen einiger Individuen gab und gibt.
Gott selbst ermahnte Mohammed einst mit den Worten. "Erinnere sie (die Menschen) daran (an die Gebote Gottes), aber bedenke dabei...Du verfügst nicht über sie". Also er hat kein Recht Menschen zu etwas zu zwingen.
Weitere Beispiele im Koran wie Sure 109, Vers 6: „Ihr habt eure Religion, und ich habe die meinige“ oder Sure 2, Vers 256 „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ sind unmissverständlich. Wenn das keine Aufforderung zur Toleranz und Prävention gegen den Faschismus ist, weiß ich auch nicht mehr weiter.
Es macht auch keinen Sinn, sich über so Jemanden wie Herrn Abdel-Samad aufzuregen. Das ist er überhaupt nicht Wert.

S. Ghadaban09.03.2017 | 12:47 Uhr

Man könnte zahlreiche Belege aus der Prophetenbiographie und den Hadithen anführen, die deutlich zeigen, daß der Islam in seiner Frühzeit nichts, aber auch gar nichts, mit Faschismus zu tun hatte. Der kuwaitische Gelehrte und Reformdenker Tariq as-Suwaidan hat eine ganze Reihe أسرار القيادة النبوية „Die Geheimnisse der prophetischen Führung“, die zeigt welch großartiger Führer seiner Gemeinschaft der Prophet Muhammad – Allah segne ihn und gebe ihm Heil – war. Wer – wie anscheinend Hamed Abdel-Samad – an krankhaften Vorstellungen leidet, kann da einiges mißinterpretieren. Einer der größten Fehler ist es, sich nicht in die damalige gesellschaftliche Situation hineinzuversetzen, sondern heutige Vorstellungen und Maßstabe darauf zu projizieren. So darf die Vertreibung der Juden aus Madina nicht als Vertreibung der Juden in ihrer Eigenschaft als Religions- oder Volksgemeinschaft gesehen werden – wie das heute die meisten „Kritiker“ tun –, sondern als Vertreibung von verräterischen Stammesgemeinschaften, ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit, die den Staatsvertrag mit dem ersten islamischen Staatswesen gebrochen hatten. Abdel-Samads Äußerungen selbst lassen deutlich faschistoide Züge erkennen: Nicht der Islam ist faschistoid, sondern Abdel-Samad ist es, und in seiner krankhaften Vorstellung projiziert er das, was er in sich selbst trägt, auf den Islam und dessen Propheten.
Das Besorgnis Erregende an der ganze Sache ist nicht so sehr der offensichtlich psychisch kranke Demagoge Hamed Abdel-Samad, sondern die Tatsache, daß er unter seinem deutschsprachigen Publikum und seiner Leserschaft so viel Zuspruch findet. Das weist darauf hin, daß der Islamhaß in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen ist und eine latente Gefahr für alle Muslime in Deutschland und anderen westlichen Ländern darstellt.

Frank Walter09.04.2017 | 16:05 Uhr

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