Von Islamisten bedroht zu werden kann gefährlich sein. Das weiß die westliche Öffentlichkeit, seit der britische Schriftsteller Salman Rushdie jahrelang untertauchen musste, weil der greise Revolutionsführer Ayatollah Khomeini im Mai 1989 im Iran eine Todes-Fatwa gegen ihn aussprach. Seitdem hat das Wort "Fatwa", eigentlich der islamische Fachbegriff für ein religiöses Rechtsgutachten, einen absolut mörderischen Beiklang.

Doch nicht jede Bedrohung ist gleich. Und manche tragen die Tatsache, schon mal von irgendwelchen Islamisten bedroht worden zu sein, sogar wie ein Gütesiegel vor sich her – vergleichbar mit breitbeinigen Rappern, die auf ihren CDs voller Stolz den Hinweis führen: Achtung, Explicit Lyrics!

Der deutsch-ägyptische Publizist Hamed-Abdel Samad ist, so gesehen, der Bushido unter den Islamkritikern: Vieles an ihm wirkt etwas dick aufgetragen, großspurig und unseriös. Doch viele deutsche Journalisten schauen bei ihm selbst über offensichtliche Widersprüche und Ungereimtheiten gnädig hinweg, lassen sich gerne blenden oder mildernde Umstände walten, nach dem Motto: die Orientalen sind halt so, die neigen eben zu Übertreibungen. Anders ist nicht zu erklären, warum der Publizist in deutschen Medien als Islam-Experte, obwohl ihn dafür wenig mehr als seine ägyptische Herkunft qualifiziert.

Dass es mit seiner "Todes-Fatwa" nicht so weit her sein kann, zeigte sich im November 2013, als der 42-Jährige trotz angeblicher Lebensgefahr nach Ägypten reiste. Als er dort entführt wurde, glaubten viele, es müssten Islamisten dahinter stecken. Am Ende stellte sich heraus, dass es nur um einen banalen Geldstreit ging.

Die Affäre warf viele Fragen auf: Warum reist jemand freiwillig in das Land, aus dem heraus er angeblich mit dem Leben bedroht wird? Und warum lässt er bewusst seine Bodyguards zurück, um sich mitten in der Stadt, in einem belebten Ort mit Unbekannten zu treffen, und lässt sogar engste Angehörige darüber im Unklaren? Sagen wir es mal so: Salman Rushdie hätte das wohl nicht gemacht.

Historischer Rundumschlag

Bis heute hat Hamed Abdel Samad noch keine überzeugende Erklärung für sein Verhalten geliefert. Aber es fragt ja auch keiner so genau nach. Dabei gibt der Autor derzeit ausgiebig Interviews zu seinem neuen Buch. Es trägt den Titel "der islamische Faschismus", und auf dem Umschlag darf die Behauptung nicht fehlen, der brisante Inhalt hätte dem Autor eine "Todes-Fatwa" eingebracht.

Buchcover "Der islamische Faschismus" von Hamed Abdel-Samad im Droemer-Verlag
"'Der islamische Faschismus' ist ein schlampig zusammengeschriebenes Buch, das eine wilde Mischung aus Wikipedia-Wissen, persönlichen Anekdoten und Kommentaren des Autors enthält und großzügig den Stand der Forschung ignoriert, etwa zum Antisemitismus in arabischen Ländern", moniert Daniel Bax.

Tatsächlich hat Abdel Samad seine Kernthese, der Faschismus sei schon in der Frühzeit des Islams selbst angelegt gewesen – die Eroberung von Mekka durch die Anhänger des Propheten Muhammed habe dafür die Saat gelegt –, schon im Juni 2013 bei einem Vortrag im kleinen Kreis in Kairo vertreten.

Nachdem ein Video der Veranstaltung im Netz landete, starteten Islamisten dort eine Hetzkampagne gegen ihn. Das war umso bemerkenswerter, als Abdel-Samad bis zu diesem Zeitpunkt in Ägypten weitgehend unbekannt war. Seit der ägyptische Präsident Mohammed Mursi im Juli 2013 vom Militär gestürzt wurde, hat sich der Wind dort allerdings gedreht. Der Hassprediger Assem Abdel Magad etwa, der auf einem Islamisten-Sender Abdel-Samad und viele andere, darunter prominente Politiker, Schauspieler und Christen, bedroht hatte, flüchtete ins Ausland. Derzeit soll er sich in Qatar aufhalten, die ägyptischen Behörden verlangen seine Auslieferung.

In seinem Buch hat Abdel Samad seine Grundthese nun etwas ausgebaut, um eine Linie von Abraham bis zum modernen Islamismus von heute zu ziehen. Dabei unterscheidet er nicht groß zwischen den ägyptischen Muslimbrüdern, Salafisten, dem Mullah-Regime im Iran und den Wahhabiten Saudi-Arabiens – alles religiöse Faschisten, irgendwie.

Dass sich schiitische und sunnitische Islamisten im Irak und Syrien bis aufs Blut bekämpfen und dass Saudi-Arabien den Putsch des ägyptischen Militärs gegen die Muslimbrüder unterstützt hat, weil es deren demokratische Konkurrenz fürchtet, solche Feinheiten unterschlägt der Autor, weil sie nicht in sein grobes Schwarz-Weiß-Raster passen.

"Der islamische Faschismus" ist ein schlampig zusammengeschriebenes Buch, das eine wilde Mischung aus Wikipedia-Wissen, persönlichen Anekdoten und Kommentaren des Autors enthält und großzügig den Stand der Forschung ignoriert, etwa zum Antisemitismus in arabischen Ländern.

Platte Polemik und alter Hut

Was der Autor eine "Analyse" nennt, ist in Wirklichkeit eine platte Polemik und ein alter Hut. Denn die Gleichsetzung von Islamismus und Faschismus ist nicht neu. Schon US-Präsident George W. Bush behauptete, sein Land bekämpfe den "Islamfaschismus", um seinen Einmarsch im Irak und seine rigorosen Anti-Terror-Gesetze zu rechtfertigen. Und Israel zog den Faschismus-Vorwurf heran, um seine Kriege gegen die Hisbollah im Libanon 2006, die Hamas im Gazastreifen 2009 und seine Angriffsdrohungen gegen den Iran zu begründen. Meist dient der Vergleich also kriegerischen oder zumindest undemokratischen Zwecken.

Abdel-Samad verbindet das Schlagwort vom "islamischen Faschismus" nun mit der These vom Gewaltpotential, die allen monotheistischen Religionen inne sei. Die hat der Kulturwissenschaftler Jan Assmann schon vor zehn Jahren vertreten – er vermochte schon damals aber nicht zu erklären, warum es dann auch unter Hindus in Indien oder in Japan starke faschistische Strömungen gab und gibt.

Und das europäische Beispiel zeigt, dass sich auch monotheistische Religionen befrieden lassen. Warum sollte das im Nahen Osten nicht auch gelingen? Auch dort ging die meiste Gewalt im 20. Jahrhundert übrigens nicht von der Religion, sondern von einem übersteigerten Nationalismus und autoritären Regimes aus. Und so sympathisch sein Plädoyer für den Säkularismus in westlichen Ohren klingen mag: Eine echte Trennung von Staat und Religion hat es weder in Ägypten noch einem anderen Land der Region je gegeben – und wird es auch unter Ägyptens neuem starken Mann, General al-Sisi, nicht geben, der schon heute nicht weniger Koranverse im Mund führt als seine Gegner.

Bild Abdelfattah al-Sisis in der Innenstadt von Kairo; Foto: DW
Ikonografie der autoritären Macht: Eine ausgeprägte Freund-Feind-Rhetorik, die Entmenschlichung des Gegners, der Rückgriff auf Verschwörungstheorien und ein bizarrer Führerkult – all das kennzeichnet das aktuelle Ägypten unter dessen neuen starken Mann, General Abdel Fattah al-Sisi.

Wenn dort derzeit jemand um sein Leben fürchten muss, dann sind es vor allem die Anhänger der Muslimbrüder, die in Ägypten derzeit zu Hunderten im Gefängnis schmachten. Mitleid mit ihnen kennt Abdel-Samad aber nicht, ganz im Gegenteil. Den Putsch gegen Mursi – immerhin des ersten Zivilisten, der in der Geschichte Ägyptens an die Spitze des Staates gewählt wurde – begrüßte er im Juli 2013 in der Bild-Zeitung sogar als "Sieg der Hoffnung", und auf seiner Facebook-Seite betätigt er sich seither ausgiebig als inoffizieller Sprecher der ägyptischen Armee. Zynisch schrieb er nach dem Massaker der Armee an Hunderten von Muslimbrüdern, die für die Wiedereinsetzung ihres Präsidenten demonstriert hatten: "Der Faschismus wurde auch nicht durch die Politik besiegt".

Entmenschlichung des politischen Gegners

Auch die Verhaftung der Führungsriege der Muslimbrüder sei "kein Verstoß gegen die Menschenrechte", sondern bloße Terror-Prävention, meinte er kurz darauf. Und selbst angesichts des Skandal-Schnellverfahrens gegen 500 Muslimbrüder Ende März 2014 konnte er sich zu keiner klaren moralischen Verurteilung der Todesurteile durchringen – er kritisierte sie lediglich als ungeeignetes Mittel: "So schreckt man Terroristen nicht ab", befand er in einem Interview knapp. Denn was immer passiert, Abdel-Samad bleibt dabei: Die Muslimbrüder seien "keine Opfer", sondern würden selbst "am meisten" von den Todesurteilen profitieren, weil sie dadurch zu Märytrern kämen. So macht man Opfer zu Täter.

Dabei entgeht Abdel-Samad die Ironie, dass seine eigene Faschismus-Definition viel eher auf das aktuelle Militärregime in Ägypten als auf die Muslimbrüder zutrifft. Eine ausgeprägte Freund-Feind-Rhetorik, die Entmenschlichung des Gegners, der Rückgriff auf Verschwörungstheorien und ein bizarrer Führerkult – all das kennzeichnet das aktuelle Ägypten unter dessen neuen starken Mann, General Abdel Fattah al-Sisi. Doch bis heute hat man von Abdel-Samad noch kein echtes Wort der Kritik an Ägyptens neuen Machthabern geäußert.

Das ist kein Wunder. Denn wie sie ist Hamed Abdel-Samad davon überzeugt, der politische Islam müsse militärisch besiegt werden – so, wie der europäische Faschismus im 20. Jahrhundert. Das allerdings ist ein Rezept für ein Desaster.

Fast alle autoritären Herrscher der Region haben darauf gesetzt, und sind damit gescheitert. Doch das ficht Abdel-Samad nicht an. Man stehe "vor einer Schlacht mit apokalyptischer Dimension", schwadronierte er kürzlich in einem Interview mit der eisigen Schärfe eines Extremisten. Denn seine Stimme mag sanft sein, seine Sprache und seine Botschaft sind hart und militärisch. Sein Beispiel zeigt, dass manche Kritiker des politischen Islam mit den Fundamentalisten, die sie kritisieren, viel mehr gemein haben, als ihnen bewusst ist.

Daniel Bax

© Qantara.de 2014

Redaktion: Arian Fariborz/Qantara.de

Daniel Bax ist Inlandsredakteur der taz. Zu seinen Schwerpunkten zählen u.a. Integration und Migration, Staat und Religion, Minderheiten und Rassismus, Türkei und Naher Osten sowie Musik und Popkultur.

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Leserkommentare zum Artikel: Der Bushido unter den Islamkritikern

Herr Bax, vielen Dank. Sie haben recht. Wer heutzutage am schärfsten den Islam und die sog. muslemische Lebensweise angreift und seine Angriffe mit irgendwelchen pseudo wissenschaftlichen Begrifflichkeiten bestückt, wird er schnell ein Medienstar. Wenn er dazu noch selbst aus den sog. islamischen Ländern kommt und seine Selbstbetroffenheit, seine angeblichen oder tatsächlichen Erlebnisse als unwiderlegbare Beweise in seine pseudo Analyse fließen lässt, dann wird er als ein großer Islamkenner und Landeskundiger gefeiert. Und er sitzt dann für eine Weile als ein sehr gefragter Fachmann bei den diversen Talkshows. Wir leben tatsächlich in einer „dürftigen Zeit“. Das ist die Zeit der immer größer werdenden Verelendung der Medienwelt und somit auch der politisch-kulturellen Öffentlichkeit. Was Herr Abdel-Samad und seinesgleichen betreiben, ist keine auf der Denktradition der Aufklärung beruhende Religionskritik mit humanistisch-emanzipatorischen Perspektiven. Was er betreibt, ist die Religionsbeschimpfung mit Tendenzen zu autoritären Strukturen und Verhältnissen.
Said H.

Said H.04.04.2014 | 12:47 Uhr

Das Problem des Autors und viele Kommentatoren hier ist, dass sie den Qoran und die Geschichte des Islams in seiner Entstehung nicht gelesen haben und dass sie nicht lange genug in den islamischen Länder gelebt haben um zu wissen, wie das Leben dort wirklich funktioniert und als naive Beobachter ahnungslos These verbreiten, während sie selbst hier in den Westen sitzen und als ewig betroffene an ihre Privilegien festhalten. Schamgefühl ist das wenigste für euch.

abdolhamid04.04.2014 | 13:11 Uhr

.... "Islamkritiker", sondern teilt generell gegen alle (monotheistischen) Religionen aus und arbeitet aktiv in der "Giordano-Bruno-Stiftung" mit (prominenter Mitstreiter: Karlheinz Deschner), die zu den Organisationen gehört, die aktiv sämtliche Religionen als rückständigen "Aberglauben" bekämpfen und nur im strengen Atheismus die allein seligmachende Weltanschauung sehen, ohne sich darüber klar zu sein, dass auch das stetige Beharren auf der Nicht-Existenz Gottes lediglich ein Glaube ist und nicht logisch bewiesen werden kann, und zu bemerken, dass auch dieser strikte, alles Religiöse pauschal diffamierende Atheismus ein Ausdruck massiver Intoleranz ist .....

Jochen S.04.04.2014 | 13:54 Uhr

Lieber Herr Bax, herzlichen Glueckwunsch zu Ihrem ausgezeichneten Artikel! und lassen Sie sich bitte von von dem Geheul der hiesigen Hassprediger nicht entmutigen. Hamid Abd al-Samad hat, wie auch schon einige andere vor ihm, sehr genau erkannt, was viele Menschen in Deutschland leider hoeren und lesen wollen: Hass und Hetze gegen eine Religion und ihre Anhaenger, die sich trefflich als Pruegelknaben eignen, und die Bestaetigung ihrer eigenen rassistischen Vorurteile, die um so lieber konsumiert werden, wenn sie von einem Orientalen, einem Muslim und daher selbstverstaendlich einem Experten stammen. Richtig ist, dass wir grosse Probleme haben in unserer heutigen Welt, richtig ist aber auch, dass Herr Hamid ein Teil des Problems ist und kein Teil der Loesung.
MfG Achim Schlott

Achim Schlott04.04.2014 | 14:36 Uhr

Wie schön sind die hierbei aufgeführten Veröffentlichungsbedingungen! Würde man diese Bedingungen berücksichtigen, dann dürfte man wohl Kein einziges Wort von den polemischen Thesen des hiesigen Autors veröffentlichen können. Denn es handelt sich dabei weder um SACHLICHKEIT, Ehrenhaftigkeit noch Fundiertheit. Vielmehr könnte man seinen unehren Beitrag unter Strafe stellen im Sinne von offensichtlicher Rassismus oder gar Aufruf zur Volksverhetzung.

Ferner wurde im Orient erzählt, von jemanden, der gerne leidenschaftlich berühmt werden wollte und in die Geschichte der Islamischen Welt hineingehen. Er hatte keine einzige Möglichkeit dafür gefunden außer in Brunnen von ZAMZAM zu urinieren!!!

Abdul-Jabbar Ab...04.04.2014 | 17:07 Uhr

Der Artikel spricht mir aus der Seele. Man sollte mehr über solche Polemiker in der Presse diskutieren, vielleicht geht dann den naiven Lesern ein Licht auf...

carla Thiemann04.04.2014 | 18:40 Uhr

Lieber Herr Schlott! Ich glaube Sie verwechseln da etwas. Die wahren Hassprediger sitzen anderswo. Hetze findet ebenfalls meist anderswo statt, und zwar in einem Mass das Sie sich wahrscheinlich in Ihren wildesten Traeumen nicht vorstellen koennen. Haben Sie zum Beispiel länger in einem muslimischen Land gewohnt? Dann wüssten Sie auch was "Geheul von Hasspredigern" WIRKLICH bedeutet. Ich habe jedenfalls so etwas, was in islamischen Ländern an Hassreden an der Tagesordung ist und dort schon den Kindern eingeblaeut wird, in Deutschland noch nie gehört, es sei denn aus dem Mund von konvertierten Salafisten. Oder schreien hier staendig irgendwelche Pfarrer oder andere Religiöse: "Tod den Muslimen!"? Und es ist höchste Zeit dass sich in Deutschland kritischer und glasklar und ohne rosa Brille mit einer Religion beschäftigt wird, die uns allen den Tod an den Hals wünscht, wenn man sie buchstabengetreu lebt und wenn wir uns ihr bzw. dem Kalifat nicht unterwerfen. Niemand hat etwas gegen Muslime oder Andersgläubige, die Menschenrechte und Frauenrechte UND unsere Verfassung achten, aber gegen die hat auch Herr Hamid ganz sicher nichts. Lesen Sie mal "Islamismus und Nationalsozialismus" von Matthias Kuentzel zum Beispiel (gibt es im Internet). Herr Hamid ist bei weitem nicht der Einzige, der faschistische Tendenzen sieht. Die sind ganz einfach vorhanden und wissenschaftlich und historisch zuhauf belegt. Ob Ihnen das passt oder nicht. Und darüber muss man reden dürfen, auch und gerade hierzulande!

Ingrid Wecker04.04.2014 | 19:42 Uhr

Ich denke schon, dass Herr Bax und auch manche der Kommentatoren muslimische Länder bereist haben, oder sich zumindest auch damit beschäftigt haben.Anderen Menschen zu unterstellen sie wären nicht belesen oder hätten keine Ahnung vom Leben in islamischen Ländern finde ich jetzt etwas überheblich. Persönlich kann ich nur bestätigen (aus Erfahrung) das z.B. in den Emiraten (welche m.E. schon als sogenannte "islamische Welt" durchgehen sollten) keinesfalls irgendwelche Nichtmuslime diskriminiert oder benachteiligt werden, auch kann ich hier keinerlei faschistische Bewegungen oder Bemühungen erkennen. Im Gegenteil Konservative, Moderate und auch Nichtmuslime oder andere Konfessionen (Christen, Budhisten usw.) leben zusammen sowie das in Deutschland eigentlich auch der Fall war. Herr Abd El Samed scheint das ganze etwas subjektiv und auf Ägypten begrenzt zu beschreiben, aber da ist er ja leider nicht der Einzige. Zu Ägypten kann ich allerdings sagen, dass ich einmal dort in Urlaub war und die Stimmung mir dort ebenfalls nicht zusagte. Vielleicht ist es in manchen Ländern ja wirklich wie er behauptet, trotzdem finde ich es nicht gerecht diese persönlichen Empfindungen dann einer ganzen religiösen Gemeinde in die Schuhe zu schieben und das ganze Medienwirksam zu verkaufen. Aber das ist nur meine Meinung.

Anna04.04.2014 | 21:32 Uhr

Hamed Abdelsamad hat den Begriff des islamischen Faschismus nicht erfunden. In etwas anderer Terminologie spricht z.B. Bassam Tibi davon, dass im Islam von Anfang an totalitäre Tendenzen vorhanden sind.
Wie der Kommentator Jochen S. denke ich, dass Ausdrucksweise und Duktus des neuen Buchs der Verbindung Abdelsamads zur Giordano-Bruno-Stiftung und zur Humanistischen Union zu verdanken sind.

Daniel Bax zeigt zwar echte Abdelsamad'sche Inkohärenzen auf. Trotzdem scheint seine Kritik des Buchs eher auf einem verinnerlichten Toleranzgebot (gegenüber dem Islam) zu beruhen als auf fundierter Sachkenntnis des Islam.

Nach meinem Dafürhalten können mit fundierten Islamkenntnissen zwar die Thesen Abdelsamads kritisiert, jedoch seine Kritik und Analyse des politischen Islam nicht einfach weggewischt werden.

benita schneider06.04.2014 | 03:02 Uhr

Dieser Artikel beschwert sich über ein "schlampig zusammengeschriebenes Buch" und wirft dem Autor "platte Polemik" vor. Schade, dass der Artikel sich genau diesen Vorwürfen selbst ausgesetzt sehen muss. Er strotzt vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern, lästert über "Wikipedia-Wissen", aber bietet selbst keine Quellenangaben, und verliert sich somit in oberflächlichem Rumgestänkere über einen studierten Politologen, dessen Vater (ein Imam) ihn einst den Qur'an auswendig lernen ließ. Das allein qualifiziert Abdel-Samad schon mehr als Experten in Politik- und Islamfragen, als dieser Artikel seinen quengelnden Autor als belesen, sachlich oder gründlich ausweist. Hier könnte man nun fragen, ob bei der taz eigentlich akuter Mitarbeitermangel herrscht, aber man will sich ja nicht selbst der Polemikkritik ausgesetzt sehen. Der Bushido-Vergleich fällt hingegen in genau diese Kategorie: Sie ist billige Polemik. Einem Populärwissenschaftler schließlich eine Tendenz zur Vereinfachung vorzuwerfen, ist trivial. Wenn Abdel-Samad also "der Bushido unter den Islamkritikern" ist, dann ist Herr Bax vielleicht (mit Glück) der Fler unter den Journalisten.

Tim H.06.04.2014 | 05:51 Uhr

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