EDWARD W. SAID DAYS 2020 - Keynote: Laleh Khalili

28.03.2020 - 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Pierre Boulez Saal
Französische Straße 33 D
10117 Berlin

In englischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung.

Laleh Khalili beleuchtet – ausgehend von einer umfangreichen Sammlung von Memoiren, Romanen und miltiärhistorischen Publikationen – Mechanismen der neo-spartanischen Mythenbildung in der Literatur von und über die US-amerikanische Spezialeinheit der Navy Seals: ihre immergleichen Narrative, die heldenhaften Höhepunkte, hypermaskuline Kampfeslust und zugrundeliegenden neoliberalen Ideologien. Bei diesen Texten handelt es sich um vielsagende Dokumente ihrer Zeit, die Erkenntnisse liefern können über die politischen Dimensionen vergangener Ereignisse, die Zukunft gewalttätiger Konflikte und die bemerkenswerte Popularität und Kontinuität des militärischen Abenteuertums der USA im Ausland. Zudem preisen diese Narrative einen entfesselten Kapitalismus, glorifizieren den Militarismus und verstärken auf subtile Weise stark rechtsgerichtet gegenderte und rassifizierte nationale Politik.

Laleh Khalili ist Professorin für Internationale Politik an der Queen Mary University of London. Sie ist die Autorin von Heroes and Martyrs of Palestine: The Politics of National Commemoration (2007) und Time in the Shadows: Confinement in Counterinsurgencies (2012) sowie die Herausgeberin von Politics of the Modern Arab World (2008). Im Jahr 2010 veröffentlichte sie gemeinsam mit Jillian Schwedler Policing and Prisons in the Middle East: Formations of Coercion. Ihr neues Buch Sinews of War and Trade, das 2020 erscheinen wird, untersucht die Rolle maritimer Infrastrukturen als Bewegungskanäle für Technologie, Kapital, Menschen und Gütern.