Diskussionsveranstaltung "Musawah! Frauen in Marokko"

24.07.2018 - 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Europäische Akademie Berlin
Bismarckallee 46/48
14193 Berlin

Kinder, Küche, Kopftuch – wenn von Frauen in muslimisch geprägten Gesellschaften die Rede ist, denken viele Deutsche sofort an Unterdrückung. Dabei bietet etwa Marokko ein Beispiel dafür, wie sich die Stellung der Frau auch in der islamischen Welt langsam ändert.

Seit König Mohammed VI auf dem marokkanischen Thron sitzt, hat sich einiges getan in Sachen Gleichberechtigung: Mit der grundlegenden Reform des Familienrechts im Jahr 2004 reagierte der Monarch auf Forderungen selbstbewusster Frauenbewegungen wie der bereits 1985 ins Leben gerufenen „Demokratischen Vereinigung der Frauen Marokkos“ (ADFM). In der neuen marokkanischen Verfassung aus dem Jahr 2011 ist die universelle Gleichheit der Geschlechter erstmals festgeschrieben. Eine Quotenregelung hat den Anteil weiblicher Parlamentarier exponentiell auf 21 % ansteigen lassen. Jüngst verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das härtere Strafen bei Gewalt gegen Frauen vorsieht. Und längst schließen genauso viele Frauen wie Männer ein Studium ab.

Gleiche Bildung also, gleiche Rechte, gleiche politische und gesellschaftliche Partizipation? Noch ist nicht alles Gold, was glänzt: So sind die Unterschiede hinsichtlich Alphabetisierung, Bildungschancen, Partizipation und Selbstbestimmung der Frauen zwischen Stadt und Land  mitunter eklatant. Ausnahmeregelungen weichen das Verbot von Kinderehen  auf. Und die Beschäftigungsquote der Frauen ist noch immer deutlich niedriger als die der Männer.

• Was also muss passieren, damit die Kluft zwischen Stadt und Land kleiner wird?

• Wie spiegeln sich rechtliche Fortschritte in gesellschaftlichen Strukturen wieder?

• Was hat sich in den vergangenen Jahren durch das verstärkte Mitspracherecht marokkanischer Frauen in der Politik getan?

• Welche Forderungen stellen (junge) Marokkanerinnen an die Politik, wer sind ihre Vorbilder und wie wollen sie leben?

Diesen Fragen und den aktuellen Herausforderungen wollen wir in der Fishbowl-Diskussion „Musawah!“ nachgehen und diese gemeinsam mit den Podiumsgästen und den marokkanischen Teilnehmer*innen der Deutsch-Marokkanischen Akademie für Gute Regierungsführung (eine Initiative des Auswärtigen Amtes) und dem Publikum diskutieren.

Moderierte Fish-Bowl-Diskussion mit N.N., Botschaft des Königreichs Marokko (tbc), Dr. Soraya Moket, DaMigra e.. V. Dachverband der Migrantinnenorganisationen, und Caroline Bunge

Die Beiträge der marokkanischen Gäste werden aus dem Französischen simultan ins Deutsche gedolmetscht.

Ab 17.30 Uhr werden zum Empfang marokkanische Spezialitäten gereicht.