Für diesjährige Ausgabe entwickelt sich die Nuit Sacrée unter dem Motto "Un message de paix" weiter und begrüßte Künstler und Ordensleute, um den Frieden zu fördern und gemeinsam eine Botschaft der Hoffnung zu besingen. Die Nuit Sacrée 2019 wollte dabei mit weniger technischen Mitteln eine intimere Version als in den Vorjahren schaffen.

"Wandler zwischen den Welten"

Laurent Grzybowski, Mitgründer und Moderator der Nuit Sacrée ist selbst ein "Wandler zwischen den Welten". Der Journalist, Musiker und Dozent ist sowohl medial, künstlerisch aber auch sozial, in seinem Stadtteil - dem 15. Arrondissement - als Brückenbauer aus Überzeugung engagiert.

Gegenüber Qantara.de sagte er: "Die Identität dieser Gemeinde ist im wahrsten Sinne des Wortes katholisch ausgerichtet. Denn 'katholisch' bedeutet im griechischen Original 'universell'. Es gibt hier wirklich diesen Universalismus von Saint-Merry, welcher sich in dem Bestreben zeigt, Veranstaltungen der Öffnung zu organisieren. Öffnung gegenüber der zeitgenössischen, modernen Kultur, den Religionen, den Weltkulturen und der Menschheit in ihrer ganzen Diversität."

Grzybowski betonte, dass diese Mission angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Zerwürfnisse und des spürbaren Rechtsdrucks umso wichtiger geworden sei, um dem Hochziehen von Mauern und Stacheldrahtzäunen etwas entgegenzusetzen. Auch angesichts der Flüchtlingsfrage versammelten sich hier Menschen, die einer Politik der Abschottung Widerstand leisten wollen.

Dem "Anderen" begegnen

"Für mich ist eine Veranstaltung wie diese ein Akt des Widerstands. Widerstand gegenüber dieser Tendenz, die uns glauben machen will, dass die Zukunft in der Verbarrikadierung liegen würde", erklärt Grzyboswki. Nicht Mauern und die Ablehnung der Andersartigkeit - welche zur "Gründung der Menschheit" beitrage - gäben die so sehr benötigte Sicherheit, sondern die einzig wirksame Sicherheit liege letztendlich darin, dem "Anderen" zu begegnen.

"Der wahre Feind des Menschen ist die Unwissenheit und die Gleichgültigkeit. Der Frieden von morgen liegt in der Begegnung und im Dialog zwischen den unterschiedlichen Überzeugungen und ihres Handelns im Sinne des Gemeinwohls." Das wird bereits im Manifest der Nuit Sacrée vom 28. Mai 2016 deutlich spürbar, welches die verschiedensten Vertreter religiöser Gemeinschaften seitdem unterschrieben haben.

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