Andreas Gruschke, 04. Juni 2011

zu Wer steckt hinter der Burka? von Sahar Khalifa

Ein schönes, gut nachvollziehbares Plädoyer dafür, die islamische Welt als gesellschaftlich ebenso pluralistisch wahrzunehmen wie es auch die sogenannte westliche Welt ist. Natürlich gibt es Islamisten, aber es gibt auch Guantanamo, es gibt die einfachen Gläubigen hier wie dort, und es gibt die große Mehrzahl derer, die einfach nur in Frieden ihr nicht so einfaches Leben leben möchten.
Auf dass sich ein neuer, weniger polarisierender politischer (und auch medialer) Stil sich entwickle und die/den Anderen immer zunächst einmal dass wahrnehmen, was sie/er ist: als Menschen. Ich hoffe dies, doch seh ich leider, dass gerade in diesen Punkten der Westen sehr fundamentalistisch zu sein scheint. Vorurteile betreffen immer eine Gesamtheit und sind damit falsch - auch wenn sie bei Einzelnen richtig liegen mögen. Vorurteile sind ihrer Natur nach fundamentalistisch, ob sie den Westen, den Islam oder andere betreffen (auch positiv, z.B. gegenüber dem Buddhismus).
Selbst in der Zeit als Islam und Christentum sich in Spanien gegenüber standen, haben sich beide Seiten geistig befruchtet - warum sollte dies mit den vielen neuen Kommunikationsmöglichkeiten, die wir heutzutage haben, nicht mehr möglich sein? Für Nicht-Fundamentalsiten ist es möglich - hier wie dort. Salam.

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