10 Jahre Arabischer Frühling - Versuch einer Bilanz unvollendeter Revolten (Online Veranstaltung)

03.03.2021 - 19:00 Uhr bis 21:15 Uhr
Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft e.V. - DMAG Bonn
Kennedyallee 16 b
53175 Bonn

Online Veranstaltung: 10 Jahre arabischer FrühlingVersuch einer Bilanz unvollendeter Revolten

Ende 2010 führten jahrzehntelange Diktaturen gepaart mit wirtschaftlichen Problemen in Teilen der WANA-Region zu Revolten: Die Aufstände erfassten Länder Nordafrikas (Tunesien, Ägypten, Libyen, Marokko) und Westasiens (Jordanien, Syrien, Bahrein) wie ein politisches Erdbeben. Doch die Hoffnungen der Menschen auf mehr Gerechtigkeit, Freiheit und Würde und auf ein Ende von Despotismus, Korruption und Klientelismus haben sich weitgehend nicht erfüllt. In einigen Staaten gab es formale politische Reformen ohne spürbare Wirkung. In anderen Staaten eskalierten die Konflikte zu Bürgerkriegen - mit Interventionen des Auslands - und im Ergebnis zu geschwächten oder gar „zerstörten Staaten“. Viele Länder erleben die Restauration oder Verschärfung repressiver, autoritärer Regime.Nur in Tunesien hat sich eine - wenn auch fragile - Demokratie entwickelt. Angesichts der desolaten wirtschaftlichen und sozialen Lage und des tiefsitzenden Frusts weiter Teile der Bevölkerung über den politischen Stillstand nehmen die Proteste dort wieder zu. Die Stimmung droht zu kippen. Hier und in vielen Staaten der Region heißt es immer häufiger: „Was nützt mir die Demokratie, wenn es für mich keine wirtschaftliche und soziale Perspektive gibt?“.

Klar ist: Trotz des Backlashs waren die Revolten kein Strohfeuer, sondern Symptome eines tiefgreifenden sozialen Wandels in der Region Westasien-Nordafrika (WANA). Dieser Wandel geht weiter: Die Gesellschaften sind immer jünger, diverser und globaler orientert. Doch nach wie vor findet dieser soziale Wandel keine Entsprechung in den politischen Macht- und Teilhabestrukturen.

Zehn Jahre nach den Protesten, Demonstrationen und Aufständen in über 15 Ländern versuchen die Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft und das Gustav-Stresemann-Institut Bilanz zu ziehen: Was bedeuten diese Entwicklungen für die Zukunft der Region? Was sind die wahrscheinlichen Folgen für das Verhältnis zu Europa? Wie können Versuche der Zivilgesellschaften, Politik, Staat und Gesellschaft anders zu gestalten, erfolgreich sein? Welche Rolle spielen Europa und Deutschland in dieser angespannten Situation?
Vorgesehener Ablauf:Keynote: 10 Jahre arabischer Frühling, Wie sind die Aussichten?

-Dr. Werner Ruf, Kassel
Podium:

-Mahdi Elleuch : Forscher Legal Agenda,
-L’Observatoire Tunisien de la Transition Démocratique Tunesien
-Sofian Philip Naceur, Journalist, Politikwissenschaftler Algerien
-Hoda Salah, Politikberaterin und Dozentin Ägypten
-Gabriela Heinrich, MdB, (Vorsitzende der Parlamentariergruppe Maghreb des
deutschen Bundestages)

Diskussion zwischen Panelisten und dem Publikum

Moderation: Dr. Birgit Kemmerling, biccCarina Schlüsing, bicc

Die Veranstaltung wird als Online-Konferenz (ZOOM) durchgeführt.Dadurch können die Stimmen der Zivilgesellschaft und weiterer Akteure aus dem Maghreb und Europa in die Diskussion einfließen.

Konferenzsprachen sind deutsch und französisch. Es wird simultan gedolmetscht.Gerne können Sie die Einladung auch an andere Interessierte weiterleiten.

Nach Ihrer Anmeldung unter https://www.gsi-bonn.de/dialog0303 werden wir Ihnen die Zugangsdaten für die Online-Plattform zusenden.Die Veranstaltung wird von der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft (DMaG) in Kooperation mit dem Gustav-Stresemann-Institut (GSI) in Bonn organisiert. Sie wird unterstützt durch die Bundesstadt Bonn, die Bundeszentrale für Politische Bildung und das Friedens- und Konfliktforschungsinstitut BICC in Bonn