Vortrag: „Die Residenz des Kalifen Harun ar-Rashid in ar-Raqqa/ar-Rafiqa (Syrien)“ von Ulrike Siegel

18.09.2014 - 18:00 Uhr
Museum für Islamische Kunst
Pergamonmuseum Bodestraße 1-3
10178 Berlin

Im Jahr 796 verlegte der Kalif Harun ar-Rashid (reg. 786–809) seine Residenz von Bagdad nach ar-Raqqa/ar-Rafiqa. Für 13 Jahre bildete daraufhin die am Euphrat im Norden von Syrien gelegene Doppelstadt die Hauptstadt des abbasidischen Reiches. Der Kalif legte nördlich der Doppelstadt in einem weitläufigen Areal seine Residenz an und ließ in dem von Bewässerungskanälen durchzogenen Gebiet zahlreiche Gebäudekomplexe und Bautengruppen für sich und seinen Hofstaat errichten.

Verschiedene Ausgrabungsprojekte widmeten sich der Erforschung der Kalifenresidenz. Unter französischer und syrischer Leitung wurden von 1944 bis 1970 vier Palastanlagen großflächig ausgegraben und kleine Sondagen am Kalifenpalast angelegt. Weitere fünf Residenzbauten wurden zwischen 1982 und 1994 unter der Leitung von Michael Meinecke (Deutsches Archäologisches Institut / Museum für Islamische Kunst) erforscht.

Die in diesem Umfang einzigartige Datenlage zu einer frühabbasidischen Kalifenresidenz und deren Architektur gibt die Möglichkeit, eine ins Detail gehende Analyse und Bewertung der städtebaulichen und architektonischen Konzepte vorzunehmen und dadurch neue Aussagen zur frühislamischen Architekturentwicklung aufzuzeigen.

 

 

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