Türkei: US-Delegation hilft bei Einrichtung von „Sicherheitszone“ in Nordsyrien

12.08.2019

In der Südosttürkei ist türkischen Angaben zufolge eine US-Delegation eingetroffen, die bei der Einrichtung einer sogenannten „Sicherheitszone“ in Nordsyrien helfen soll.

In Tweets aus dem Verteidigungsministerium in Ankara hieß es am Montag, die sechsköpfige Gruppe sei nun in der an Syrien grenzenden Provinz Sanliurfa. In Sanliurfa befindet sich ein Kommandozentrum, das die türkischen Streitkräfte im März für eine Offensive gegen kurdische Milizen in Nordsyrien eröffnet hatten.

Die Türkei fordert entlang der türkisch-syrischen Grenze eine Zone unter ihrer alleinigen Kontrolle, aus der sich die Truppen der kurdischen YPG-Miliz zurückziehen sollen. Ankara sieht in der YPG einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation. Für die USA ist die YPG dagegen ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die USA wollen einen Angriff auf die Verbündeten verhindern.

Lesen Sie auch: Die kurdische YPG und die Zukunft des syrischen Nordostens - Assad ist der lachende Dritte

Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan jüngst wieder mehrfach mit einer weiteren Offensive in Nordsyrien gedroht hatte, hatten US- und türkische Militärs vergangene Woche eine vage gehaltene Einigung über eine «Friedenszone» an der Grenze erreicht.

Unter anderem sollte für die Einrichtung der Zone in der Türkei so schnell wie möglich ein «Einsatzzentrum» aufgebaut werden. In den Tweets aus dem türkischen Verteidigungsministerium hieß es, das Zentrum werde schon in den kommenden Tagen einsatzbereit sein.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte erst am Sonntag wieder angekündigt, das Grenzgebiet von den Kurdenmilizen «zu säubern» - mit den USA oder ohne die Vereinigten Staaten. Die Türkei ist schon zweimal auf syrisches Gebiet vorgerückt, 2016 und 2018. (DPA)

Die Redaktion empfiehlt
Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.