Tausende demonstrieren in Pakistan gegen Indiens Vorgehen in Kaschmir

02.09.2019

Tausende Menschen haben am Freitag in Pakistan gegen Indiens Vorgehen in der Kaschmir-Region demonstriert. Premierminister Imran Khan beteiligte sich an den Protesten und gelobte in einer Rede in Islamabad, "bis zum letzten Atemzug" an Kaschmirs Seite zu stehen. Am Mittag erklangen landesweit die Sirenen, während der Verkehr mehrere Minuten zum Stillstand kam.

In der Hauptstadt versammelten sich Menschenmengen auf der Allee der Verfassung vor den Regierungsbüros, von wo aus Khan sich an die Nation wandte. Der Premier versprach, für Kaschmir zu kämpfen, bis das umstrittene Himalaya-Gebiet "befreit" sei.

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan um Kaschmir hatten sich wieder verschärft, seit Neu Delhi Anfang August den ehedem in der indischen Verfassung festgelegten Sonderstatus mit Autonomierechten für den Bundesstaat Jammu und Kaschmir aufhob. Im indischen Teil Kaschmirs gelten seit vier Wochen Restriktionen wie gesperrte Telefonnetze und Internetzugänge sowie eine Ausgangssperre. Tausende Menschen wurden nach AFP-Informationen inhaftiert.

Außer in Islamabad demonstrierten Menschen auch in den Städten Lahore und Karatschi. Die Proteste waren der Auftakt für wöchentliche Demonstrationen, die bis zur UN-Generalversammlung nächsten Monat andauern sollen. Khan will dort die Situation in Kaschmir zur Sprache bringen.

In einem Gastbeitrag in der "New York Times" verglich Khan die Regierung in Neu Delhi mit Nazideutschland. "Der Zweite Weltkrieg war das Ergebnis einer Beschwichtigungspolitik in München. Eine ähnliche Bedrohung hängt heute über der Welt, aber diesmal unter einem nuklearen Schatten."

Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und einem Krieg zwischen Indien und Pakistan 1947 geteilt. Die Region im Himalaya wird aber bis heute von beiden Atommächten vollständig beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan. (AFP)

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