Schauspielerin Farahani verurteilt "Massaker" an Demonstranten im Iran

09.12.2019

Die bekannte iranische Schauspielerin Golshifteh Farahani hat sich entsetzt über das "Massaker" an den Demonstranten im Iran gezeigt und Verständnis für die Proteste geäußert. "Dies ist ein Massaker, bei dem Hunderte getötet worden sind", sagte die 36-Jährige beim Filmfestival in Marrakesch. Das Volk leide "wirtschaftlich, politisch, demokratisch. Und wenn ein Volk leidet, dann kann es schnell explodieren".

Farahani, die als erste iranische Schauspielerin seit der islamischen Revolution 1979 Karriere in Hollywood gemacht hat, hatte die Proteste nicht erwartet, die sich Mitte November an der drastischen Erhöhung der Benzinpreise entzündeten. "Ich habe gelernt, niemals zu träumen, wenn es um den Iran geht. Man kann niemals vorhersagen, was als nächstes passiert", sagte die Schauspielerin, die sich nach ihren ersten Filmen im Ausland für das Exil entschieden hat.

Heute könne sie nicht mehr in den Iran zurück, da sie das Land nicht wieder verlassen könnte, sagte sie. "Warum? Wegen allem, was ich getan, und allem, was ich nicht getan habe. Wegen meiner Filme, weil ich eine Frau bin, weil ich kein Kopftuch getragen habe." Alles, was sie seit Verlassen ihrer Heimat getan habe, sei zum politischen Akt geworden. "Früher war ich nicht Politikerin oder Aktivistin, sondern nur eine Schauspielerin", sagte die Iranerin.

Farahani hatte ihre erste Rolle im Alter von 14 Jahren im Film "Deracht-e Golabi" (Der Birnbaum) von Dariusch Mehrdschuhi. Später arbeitete sie mit berühmten iranischen Regisseuren wie Bahman Ghobadi, Abbas Kiarostami und dem Oscar-Gewinner Asghar Farhadi zusammen, mit dem sie den Film "Darbare-ye Elli" (Alles über Elly) drehte. Ihren internationalen Durchbruch hatte sie mit dem Thriller "Der Mann, der niemals lebte" von Ridley Scott.

Im Iran waren Mitte November landesweite Proteste ausgebrochen, nachdem die Regierung den Benzinpreis drastisch erhöht hatte. Die Führung in Teheran ließ die Proteste unter massivem Einsatz von Gewalt niederschlagen. Da sie während der Proteste das Internet abgeschaltet hatte, dringen erst nach und nach Informationen an die Öffentlichkeit. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International geht von mindestens 208 Todesopfern aus. (AFP)

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