Zur Lösung dieser Probleme setzen König Salman und sein Kronprinz, Mohamed bin Salman, auf die "Vision 2030", ein Plan, durch den der Staat und die Wirtschaft weniger abhängig vom Öl werden sollen.

Dies bedeutet jedoch zusätzlichen wirtschaftlichen Druck auf die junge Bevölkerung, den die saudische Führung den Menschen durch das Gewähren von mehr gesellschaftlichen Freiheiten erträglich zu machen versucht. Auch um diese Reformen durchzusetzen, hat der saudische Kronprinz den restlichen Teil der Königsfamilie weitestgehend entmachtet.

Die Herrscher der VAE stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Auch sie gehen gegen jegliche Opposition vor, insbesondere wenn sie der Ideologie der Muslimbrüder nahe steht. Doch sie befinden sich wirtschaftlich in einer komfortableren Situation. Denn die Führung muss die enormen Öleinnahmen nur mit einer deutlich kleineren Bevölkerung auf einem kleineren Staatsgebiet teilen.

Gitex 2017 Ruyaa ("Vision 2030") im Pavillion Saudi-Arabien; Foto: AFP/Getty Images
Wirtschaftlicher Wandel durch Modernisierung und Diversifizierung: Zur Lösung der ökonomischen Probleme setzen König Salman und sein Kronprinz, Mohamed bin Salman, auf die „Vision 2030“, ein Plan, durch den der Staat und die Wirtschaft weniger abhängig vom Öl werden sollen.

Zudem haben die Herrscher der VAE die Wirtschaft bereits deutlich mehr diversifiziert, was ihnen einerseits hohes Ansehen in der Bevölkerung eingebracht hat. Auf der anderen Seite verfügt das Herrscherhaus über keine Allianz mit einem einflussreichen Klerus, der ihre Machtposition vor Angriffen einer islamistischen Opposition schützen könnte. Der Kronprinz von Abu Dhabi ist einer der kompromisslosesten Gegner der Muslimbruderschaft. Das gleiche trifft für einige seiner wichtigsten Berater zu.

Gemeinsame Frontstellung gegen die Muslimbrüder

Diese Faktoren bestimmen ganz wesentlich die Außenpolitiken der beiden Golfstaaten. Letztere haben sich seit 2011 gegen den politischen Aufstieg der Muslimbrüder in deren Mutterland Ägypten positioniert. Allein zwischen dem Sturz des ägyptischen Präsidenten und Muslimbruder Mohamed Mursi im Juli 2013 und 2015 haben die VAE und Saudi-Arabien dabei Zuwendungen und Kredite im Wert von schätzungsweise 27 Mrd. US-Dollar an Kairo geleistet.

Das im Juni 2017 verhängte Embargo gegen Qatar ist ebenso vor diesem Hintergrund zu sehen. Qatars Unterstützung der Muslimbruderschaft in Ägypten und in der gesamten arabischen Welt, einschließlich seiner Beherbergung von Dissidenten und sonstigen Anhängern der Organisation und ihrer regionalen Affiliationen sind ein entscheidender Grund für die aggressive Vorgehensweise gegen das Emirat.

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