Rassistische Propaganda in den USA 2019 verdoppelt

17.02.2020

Die Anti-Defamation League (ADL) verzeichnet mehr Hassparolen weißer Rassisten in den USA auf Flugblättern und Aufklebern als je zuvor. Laut einem Bericht der Organisation vom Mittwoch hat sich die Zahl von mehr als 1.200 registrierten Propagandaaktionen 2018 auf mehr als 2.700 verdoppelt.

Hasspropaganda sei im weißen nationalistisch-rassistischen Milieu seit Jahrzehnten eine "bewährte Taktik", so ADL-Geschäftsführer Jonathan Greenblatt. Die Untersuchungen zeigten aber, dass Hetze der rechten Szene durch die aktuelle politische Lage begünstigt werde. Besonders im Fokus stünden derzeit Studenten. Weiße Nationalisten hätten ihre Aktivitäten dort 2019 verdoppelt. In 630 verzeichneten Fällen hätten sie mit Aktionen in Colleges versucht, gezielt potenzielle Sympathisanten anzusprechen.

Die ADL-Zahlen decken sich mit Untersuchungen der Bundespolizei FBI aus vergangenen Jahren. Besonders häufig tauchten Hassbotschaften in Bundesstaaten Kalifornien, Texas, New York und Florida auf, aber auch in Ohio, Virginia und Kentucky.

In zwei Dritteln der dokumentierten Vorfälle sei die neofaschistische Gruppe "Patriot Front" verantwortlich, so ADL. Sie agitiere gezielt gegen Minderheiten wie Juden, Schwarze, Muslime, aber auch Schwule und Lesben. Etwas zurückgegangen seien hingegen Hass-Attacken im Zusammenhang mit dem Ku-Klux-Klan.

Die jüdische US-Organisation Anti-Defamation League (Antidiffamierungsliga, ADL) tritt vor allem gegen Diskriminierung von Juden ein. (KNA)

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