Präsident Al-Sisi: Ägypten kooperiert mit Israel gegen Extremisten

08.01.2019

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat eine enge Zusammenarbeit mit Israel im Kampf gegen radikale Gruppen auf der Sinai-Halbinsel eingeräumt. «Wir haben eine weitreichende Kooperation mit den Israelis», sagte Al-Sisi in einem Interview des US-Senders CBS, wie der Kanal am vergangenen Donnerstag berichtete. Gleichzeitig wies Al-Sisi den Vorwurf von Menschenrechtlern zurück, in Ägypten säßen Zehntausende Menschen aus politischen Gründen in Haft.

Nach Angaben von CBS verlangte der ägyptische Botschafter in den USA nach der Aufzeichnung des Gesprächs für die Sendung «60 Minutes», das Interview nicht auszustrahlen. Von ägyptischer Seite gab es dazu zunächst keine offiziellen Angaben.

Der Norden der Sinai-Halbinsel ist eine Hochburg radikaler Kräfte. Dort ist unter anderem ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. Ägyptische Sicherheitskräfte gehen seit Monaten gegen die Extremisten vor. Dabei gibt es immer wieder Opfer. Das IS-Sprachrohr Amak hatte am Donnerstag gemeldet, Israels Luftwaffe habe den zweiten Tag in Folge Angriffe im Nordsinai geflogen.

Ägypten hatte 1979 als erster arabischer Staat einen Friedensvertrag mit Israel abgeschlossen. Trotzdem sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern bis heute unterkühlt. Die israelische Armee und das Außenministerium in Jerusalem wollten sich zu dem CBS-Interview nicht äußern.

Al-Sisi steht seit 2014 an der Spitze des Landes. Unter ihm geht Ägypten rigoros gegen politische Gegner vor, vor allem gegen die islamistischen Muslimbrüder. Im Sommer 2013 war Al-Sisi als Verteidigungsminister auch für den Sturz des freigewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi verantwortlich.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wurden seitdem mindestens 60.000 Menschen aus politischen Gründen festgenommen oder angeklagt. Al-Sisi wies dies zurück und erklärte: «Wir haben keine politischen Gefangenen.» Ägypten versuche Extremisten zu bekämpfen, die anderen ihre Ideologie aufzwingen wollten. Er wisse nicht, woher die Zahlen von Human Rights Watch stammten, sagte er weiter. (dpa)

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