Pakistan bestellt nach Vorwürfen Trumps US-Botschafter ein

02.01.2018

Die pakistanische Regierung hat nach den jüngsten Anschuldigungen von US-Präsident Donald Trump den Botschafter der Vereinigten Staaten einbestellt. Ein Sprecher der Botschaft in Islamabad bestätigte am Dienstag, dass Botschafter David Hale am Montagabend ins pakistanische Außenministerium einbestellt worden sei. Trump hatte Pakistan in seiner ersten Twitter-Botschaft des neuen Jahres ins Visier genommen: Er warf dem Land vor, "Terroristen" Zuflucht zu gewähren und drohte mit einer Einstellung der US-Hilfen.

"Die Vereinigten Staaten haben Pakistan törichterweise mehr als 33 Milliarden Dollar an Hilfen im Laufe der vergangenen 15 Jahre gegeben", schrieb der Präsident. Pakistan habe den USA seinerseits "nichts als Lügen und Betrug" geboten und sie für dumm gehalten, kritisierte Trump weiter. "Sie gewähren den Terroristen Zuflucht, die wir in Afghanistan jagen. Das ist vorbei!", drohte er.

Pakistan wies die Vorwürfe verärgert zurück. Das Land habe viel für die USA getan und dabei geholfen, das Terrornetzwerk Al-Qaida zu "dezimieren", habe im Gegenzug aber nur "Beschimpfungen und Misstrauen" geerntet, hieß es in Stellungnahmen des Außen- und des Verteidigungsministeriums.

Seit Trumps Amtsantritt vor etwa einem Jahr haben sich die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Islamabad weiter verschlechtert. Die US-Regierung teilte dem Kongress im August mit, sie erwäge, für Pakistan vorgesehene Hilfen in Höhe von 255 Millionen Dollar (etwa 213 Millionen Euro) zurückzuhalten, weil Islamabad nicht hart genug gegen Extremisten vorgehe.

Auch Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Haltung Pakistans gegenüber den radikalislamischen Taliban kritisiert, die Washington seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan bekämpft. Die Regierung in Islamabad hat die Vorwürfe, nicht entschlossen genug gegen radikale Islamisten vorzugehen, wiederholt zurückgewiesen. Sie verweist auf Ausgaben in Milliardenhöhe im Kampf gegen Extremismus und auf tausende Menschen, die in Pakistan getötet worden seien. (AFP)

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