Meet your neighbours. "Von der Kraft der Worte" – Gespräch mit Ayeda Alavie und Fouad Yazji

30.11.2017 -
19:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Monacensia im Hildebrandhaus
Maria-Theresia-Str. 23
81675 München

Was bedeutet es, an einem neuen Ort, in einer neuen Sprache, die eigene literarische Stimme zu wahren oder neu zu finden? Silke Kleemann und Martin Lickleder stellen die iranische Autorin und Übersetzerin Ayeda Alavie und den syrischen Writers-in-Exile Stipendiaten Fouad Yazji vor und sprechen mit ihnen über ihre Erfahrung des Ankommens in Deutschland sowie das Leben und Schreiben zwischen den Sprachen und Kulturen.

Der syrische Schriftsteller Fouad Yazji wuchs als Sohn orthodoxer Christen in Homs auf, studierte Pädagogik und wurde in seiner Heimatstadt Meister im Schachspiel, bevor er sich ganz der Literatur zuwandte. Unter anderem schrieb er den Roman Blaue Wolga und die Erzählung Die sieben Gebete der Liebe. 2011 war er an der Revolution beteiligt und musste Syrien acht Monate später verlassen. Er flüchtete nach Ägypten und konnte von dort im November 2015 als Stipendiat des Writers-in-Exile Programms des PEN-Zentrums Deutschland nach München kommen.

Die Autorin und Übersetzerin Ayeda Alavie verfasste in ihrer Heimat Iran zahlreiche literarische Texte für Kinder und Jugendliche, die sie teilweise selbst illustrierte. Für ihre Werke wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie große Anerkennung für ihre Übersetzung von Christine Nöstlingers „Maikäfer flieg“ ins Persische und ihre Übersetzung von Michael Endes „Wunschpunsch“ wird ebenfalls bald erscheinen. Seit 2016 übersetzt und schreibt Ayeda Alavie für den Hagebutte Verlag in München, der u.a. zeitgenössische deutsch- und persischsprachige Literatur verlegt und einen Dialog zwischen den beiden Sprachräumen ermöglichen möchte.