Jemen-Gespräche: Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman zeigt sich pessimistisch

11.12.2018

Die jemenitische Menschenrechtsaktivistin Tawakkul Karman erwartet bei den geplanten Friedensgesprächen für das Bürgerkriegsland keinen Durchbruch. «Ich gehe davon aus, dass die Konfliktparteien die Gespräche ohne eine umfassende Lösung für einen nachhaltigen Frieden beenden werden», erklärte die 39 Jahre alte Friedensnobelpreisträgerin. Für denkbar hält sie allenfalls Fortschritte wie einen Gefangenenaustausch.

Jemens international anerkannte Regierung und die Huthi-Rebellen verhandeln in Stockholm über eine Lösung für den Konflikt. Beide Seiten bekämpfen sich seit etwa vier Jahren. Die Regierung wird von einer saudisch geführten Koalition unterstützt. Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in den Rebellen einen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran.

Generell begrüße sie die Gespräche, erklärte Karman. UN-Vermittler Martin Griffiths fehle es aber an einer umfassenden Vision für einen dauerhaften Frieden. Er schlage nur Teillösungen vor. «Jeder Friedensplan müsste einen sofortigen Waffenstillstand in allen Gebieten beinhalten, ansonsten ist er zum Scheitern verurteilt.»

Karman forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf die ausländischen Mächte auszuüben, die im Jemen aktiv sind. «Die externen Parteien, die aufgrund ihrer giergetriebenen Ambitionen nicht möchten, dass der Krieg aufhört, sind nach wie vor die größten Hindernisse für Frieden im Jemen», erklärte sie.

Die Journalistin gehörte 2011 während der arabischen Aufstände zu den wichtigsten Aktivistinnen im Jemen. Für ihr Engagement erhielt sie im selben Jahr den Friedensnobelpreis. Karman hatte in der Vergangenheit Saudi-Arabien wiederholt scharf kritisiert, etwa im Fall des in Istanbul getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi. (dpa)

Die Redaktion empfiehlt
Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.