Jahrestagung islamischer Seelsorgerinnen und Seelsorger

14.12.2013 - 09:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Bildungszentrum Vinzenz von Paul Vinzenz Kliniken gGmbH Marienhospital
Böheimstraße 37
70199 Stuttgart

 Jahrestagung islamischer Seelsorgerinnen und Seelsorger

 

Am 14. Dezember 2013 veranstaltet das Mannheimer Institut für Integration und interreligiösen Dialog e. V. die erste Jahrestagung islamischer Seelsorgerinnen und Seelsorger in Stuttgart. Die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney wird zum Auftakt der Veranstaltung ein Grußwort sprechen.

Die nun seit eineinhalb Jahren in 21 Krankenhäusern, Kliniken und psychiatrischen Zentren in der Metropolregion Rhein-Neckar tätigen Seelsorgerinnen und Seelsorger treffen bei der Veranstaltung auch auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der im Januar in Sigmaringen beginnenden Ausbildung von islamische Krankenhausseelsorgern für die Region Oberschwaben/Bodensee. Diese werden im Herbst 2014 die ehrenamtliche Seelsorgebetreuung in 19 Krankenhäusern, Kliniken und psychiatrischen Zentren in den Regionen Biberach, Albstadt bis hinunter zum Bodensee aufnehmen. Das Ministerium für Integration fördert die Vorarbeiten in diesen Regionen und sichert zum Beispiel die begleitenden Supervisionen und Fortbildungsmaßnahmen in den nächsten drei Jahren. Damit unterstützt das Ministerium die Nachhaltigkeit der Initiative. Der für die Jahrestagung geplante Überblick über die Aktivitäten der islamischen Seelsorge in der Bundesrepublik wird zeigen, dass sich islamische Krankenhausseelsorge mehr und mehr etabliert.

Gleichzeitig ist erkennbar, dass in den benachbarten Seelsorgebereichen Notfall- und Gefängnisseelsorge ebenfalls Bedarf besteht. Deshalb wird das Mannheimer Institut im ersten Halbjahr 2014 den bereits aktiven Seelsorgerinnen und Seelsorgern eine Zusatzausbildung „Islamische Gefängnisseelsorge“ anbieten. Im Rahmen der Tagung werden fünf Seelsorgerinnen und Seelsorger über ihre Gespräche mit Patientinnen und Patienten und deren Verwandte berichten. Demnach zeigten sich die Menschen oftmals überrascht vom Besuch am Krankenbett und wüssten nicht, dass es bereits qualifizierte islamische Seelsorgerinnen und Seelsorger gibt. Sie freuen sich, über ihre Sorgen und Nöte sowie über ihre Glaubensfragen sprechen zu können.

Seelsorge, wie sie von den christlichen Kirchen her bekannt ist, beginnt sich im Islam zu etablieren. Muslime folgen dem Gebot des Korans, Kranke persönlich aufzusuchen und ihnen beizustehen. Die in Baden-Württemberg bislang aktiven islamischen Seelsorgerinnen und Seelsorger werden von Ärzten und Pflegekräften gut angenommen und unterstützen diese bei Untersuchungen und bei der Pflege von muslimischen Patientinnen und Patienten. Dabei geht es meist um kultur- und religionsspezifische Hinweise, zum Beispiel wenn es um die Einnahme von Medikamenten oder um ethische Fragen geht.

Auch die Zusammenarbeit mit den katholischen und evangelischen Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorgern wird Inhalt der Jahrestagung sein. Die katholische und evangelische Kirche haben in einem gemeinsamen ökumenischen Schreiben an die Geschäftsleitungen der Krankenhäuser und Kliniken die Etablierung einer islamischen Seelsorge in Baden-Württemberg begrüßt und zu Einzelfragen Stellung bezogen.

Für den Vormittag der Tagung sind auch die Landesverbände der islamischen Glaubensgemeinschaften, die Mitglieder des Arbeitskreises „Islamische theologische Fundierungen“ der islamischen theologischen Institute der Universitäten Münster, Frankfurt, Tübingen und Erlangen und Leitungskräfte der katholischen und evangelischen Kirche eingeladen. Am Nachmittag bilden sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger im Rahmen eines Workshops weiter. Diesen leitet der Kölner Experte Dr. Ali Kemal Gün von der Klinik des Landschaftsverbands Rheinland.

Kontakt:

Mannheimer Institut für Integration und interreligiösen Dialog e. V.

Telefon: 0621-437 14 002

E-Mail: alfred.miess@mannheimer-institut.de

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