Islamischer Religionsunterricht – Ein Beitrag zur Integration

13.10.2011 - 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr
vhs Augsburg, Willy-Brandt-Platz 3, Augsburg

Vortrag von Erol Pürlü (VIKZ)

Es leben 750.000 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens in Deutschland. Nur ein Teil dieser Kinder und Jugendlichen verfügt über ausreichende Kenntnisse über den Islam. Meist haben sie diese in Moscheen oder – in Ausnahmefällen – von ihren Familien erhalten. Islamischer Religionsunterricht wird derzeit immer noch nicht flächendeckend angeboten.

Dabei ist der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ein grundgesetzlich verbrieftes Recht der Religionsgemeinschaften in Deutschland. So erhalten beispielsweise evangelische und katholische Kinder sowohl in Kindergärten als auch in Schulen Werte und Inhalte ihrer Religion vermittelt. Hingegen gibt es für die meisten muslimischen Kinder kein religiöses Bildungsangebot an den öffentlichen Schulen. Eltern muslimischer Kinder würden ein solches Angebot mehrheitlich begrüßen. So befürworten beispielsweise 80 Prozent der Eltern in NRW die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts für ihre Kinder.

Bis jetzt ist der islamische Religionsunterricht an öffentlichen Schulen noch nicht verfassungsgemäß umgesetzt, lediglich islamkundlicher Unterricht, der mit unterschiedlichen Bezeichnungen wie Islamkunde, religiöse Unterweisung, Islamunterricht usw. die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern nur verwirrt. Viele muslimische Eltern kennen kaum den Unterschied zwischen kundlichem und verfassungsgemäß gebotenem Religionsunterricht.
Es stellt sich die Frage, ob der Staat eigenmächtig überhaupt einen religionsbezogenen Unterricht einrichten kann. Ist dies nicht eine Einmischung und Lenkung einer Religion?
Der Vortrag soll in die Thematik des islamischen Religionsunterrichts einführen und die unterschiedlichen islamkundlichen Modellversuche einer kritischen Betrachtung unterziehen.