Islamexperte Mathias Rohe: Deutschpflicht in Moscheen hilft nur Salafisten

12.09.2016

Der Erlanger Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe hält die Forderung nach einer Deutschpflicht in Moscheen für gefährlich. "Wenn ich heute höre, man soll den Moscheen vorschreiben, nur noch Deutsch zu predigen, das wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Salafismus-Förderprogramm", sagte Rohe in einem Interview des "Spiegel". Denn "die Salafisten sind bislang die Einzigen, die in einer jugendgerechten Sprache konsequent auf Deutsch ihre Klientel ansprechen".

Die traditionellen Moscheevereine seien derzeit gerade in einer "Übergangsphase von der Migrantenorganisation mit religiösem Touch hin zur echten Religionsorganisation", erklärte Rohe weiter: "Die tun sich schwer, die jungen Leute zu erreichen." Die Salafisten dagegen seien mit ihren Videoclips und der Hip-Hop-Kultur ziemlich erfolgreich. (KNA)

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.